Geht’s nach den deutschen Fans und Experten, jubelt die DFB-Auswahl auch nach dem EM-Finale am Sonntag in Wembley.
Geht’s nach den deutschen Fans und Experten, jubelt die DFB-Auswahl auch nach dem EM-Finale am Sonntag in Wembley. Imago/Eibner

Die Spannung steigt! Gastgeber England gegen Deutschland – das Traumfinale der Frauen-EM am Sonntag vor 90.000 Zuschauern in Wembley und zig Millionen vorm TV (18 Uhr, ARD) stellt für viele schon mal die erste Runde des DFB-Pokals der Männer, die übers Wochenende ausgetragen wird, in den Schatten.

Sogar beim veranstaltenden Verband. Für Montag, an dem noch Cup-Spiele steigen, ist für den Nachmittag schon der festliche Empfang auf dem Rathausbalkon am Frankfurter Römer geplant. Egal wie das Finale ausgeht.

Olympiasiegerin Anja Mittag: Wer, wenn nicht wir ...

Dass es mit dem insgesamt neunten EM-Titel für eine deutsche Frauen-Auswahl endet, davon sind viele überzeugt. In einer repräsentativen Umfrage des Instituts YouGov unter 2931 Personen ab 18 Jahren rechnen 58 Prozent der Befragten mit einem Erfolg.

Und treffen damit genau die Meinung von Anja Mittag (37). Die 158-malige Nationalspielerin, dreimal Europameisterin und beim letzten großen Triumph, dem Olympiasieg 2016 in Rio, selbst noch dabei, ist sich sicher: „Wer, wenn nicht Deutschland, sollte in diesem Turnier den Titel holen? Ich glaube, dass Deutschland definitiv die Mittel hat, England zu schlagen.“

Franz Beckenbauer und seine Frau Heidi bei einem Termin Anfang Juli 2022
Franz Beckenbauer und seine Frau Heidi bei einem Termin Anfang Juli 2022 Imago/Sammy Minkoff

Davon ist auch Franz Beckenbauer (76/103 Länderspiele), der alle Spiele der Final-Teilnehmer im Fernsehen verfolgte, überzeugt: „Unsere Frauen holen den Wembley-Titel. Aber es wird nicht leicht gegen die starken Engländerinnen.“

Wolfgang Overath: „Ich bin beeindruckt“

Der Kaiser, Weltmeister als Spieler (1974) und Teamchef (1990), weiß sogar schon, wie das Spiel laufen wird: „Unentschieden nach 90 Minuten. In der Verlängerung schießen beide Teams noch je ein Tor. Elfmeterschießen. Und da gewinnen unsere Frauen, weil sie physisch und nervlich besser sind.“

So weit will sich Wolfgang Overath (78/81 Länderspiele), ebenfalls Weltmeister von 1974, nicht festlegen. Aber auch der Ex-Mittelfeldstratege ist begeistert: „Wenn ich die Mädels sehe, sind die Anlagen schon mit gutem Männer-Fußball vergleichbar. Die Dribblings, die Pässe. Klasse, auf welchem Niveau sich das bewegt. Ich bin beeindruckt, was wir für einen Teamgeist haben: Jeder rennt für jeden, kein Ball wird aufgegeben.“ Seine Prognose fürs Endspiel: „Die Chance ist zu 100 Prozent da, dass wir so den Titel holen.“

Abwehrchefin Martina Hegering tritt kürzer

Martina Hegering (32), die Abwehrchefin, die in diesem Sommer vom FC Bayern München zum VfL Wolfsburg wechselte, absolvierte aus Gründen der Belastungssteuerung in Watford eine Einheit im Kraftraum. Hegering stand bisher bei allen EM-Spielen in der Startelf. Auch für Sonntag ist sie fest eingeplant.

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