Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat im Regen in Russland Probleme und startet nur von Platz vier.  dpa

In der Waschküche Sotschi wurde das Formel-1-Feld gehörig durcheinander gewirbelt.

Im Qualifying zum Großen Preis von Russland (Sonntag, 14 Uhr, Sky) verabschiedete sich WM-Spitzenreiter Max Verstappen (23) früh, weil er wegen eines Motorwechsels am Red Bull von ganz hinten startet.

Hamilton crasht in Sotschi 

Dann fuhr Lewis Hamilton (36) seinen Mercedes gegen eine Mauer und startet nur als Vierter. Ihre Edelhelfer Valtteri Bottas (32) und Sergio Perez (31) wurden gar nur Siebter und Neunter, Sebastian Vettel (34) nur Elfter.

Dadurch staubte McLaren-Jungstar Lando Norris (21) die erste Pole Position seiner Karriere ab. „Zuerst Monza, jetzt hier meine erste Pole, das ist einfach der Hammer“, jubelte der junge Brite, der im Italien-GP Zweiter hinter McLaren-Teamkollege Daniel Ricciardo (32) geworden war. Hinter ihm starten Ferrari-Pilot Carlos Sainz (26) und Williams-Juwel George Russell (23).

Vettel ärgert sich über sich selbst 

Das hätte sich auch Vettel gewünscht. Der Aston-Martin-Star wurde im 2. Quali-Drittel vom Alpha-Tauri-Japaner Yuki Tsunoda (21) aufgehalten und von Russell aus den Top Ten gekegelt . „Verdammt. Ich habe soviel Zeit hinter Tsunoda verloren“, ärgerte sich Vettel, nahm das Ausscheiden aber auf seine Kappe: „Ich hätte vorher schon eine bessere Runde hinkriegen sollen, eigentlich habe ich mich wohlgefühlt. Es ist doof, wir waren heute schnell und hätten überraschen können.“

Imago
Sebastian Vettel war mit seinem Aston Martin eigentlich flott unterwegs, schaffte aber trotzdem nicht den Sprung in die Top Ten. 

Auch Hamilton war geknickt. „Ich habe die Mauer getroffen“, funkte der Brite, nachdem er vor seiner letzten schnellen Runde an der Boxenmauer seinen Frontflügel kaputt gefahren hatte. Weil Hamilton auf der High-Speed-Strecke erstmals an den Top drei vorbeikommen muss, bietet sich vielleicht eine Chance für Verstappen, dem Weltmeister den Sieg noch streitig zu machen.

Mick Schumacher mit Rang 16 nicht zufrieden

Red-Bull-Sportchef Dr. Helmut Marko (78): „Wir haben gesehen, dass Mercedes sehr stark ist und uns deshalb für einen Komplettaustausch entschieden. Jetzt haben wir einen Motor drin, mit dem wir bis zum Saisonende pushen können. Wir müssen Schadensbegrenzung betreiben und hoffen, dass Max im Rennen möglichst weit nach vorne kommt. Vielleicht kann Perez die Mercedes unter Druck setzen, sein Rennspeed war gut am Freitag.“ Doch der Mexikaner qualifizierte sich nur auf dem 9. Startplatz.

Mick Schumacher (22) zeigte bei den Bedingungen ein gutes Qualifying. Der Haas-Jungstar war nicht nur vier Sekunden schneller als Haas-Intimfeind Nikita Mazepin (22), sondern auch vor Alfa-Romeo-Fahrer Antonio Giovinazzi (27), der nach seinem Trainingscrash wohl sein Cockpit am Saisonende räumen muss.

Und: Weil Nicholas Latifi (26) wegen eines Motorwechsels strafversetzt wird, startet Mick auf Rang 16. Dennoch ärgerte sich Schumi junior etwas: „Es hat mich ein bisschen gewurmt, dass es nicht ganz für Q2 gereicht hat. Das Auto hat sich gut angefühlt, deshalb hoffe ich auf ein gutes Rennen.“

Lesen Sie auch: Mick träumt von Ferrari: Schumacher im KURIER-Interview: „Dieses Familiengefühl ist mir sehr wichtig“ >>