So war es 2019 auf dem Hockenheimring: Max Verstappen und Sebastian Vettel nehmen auf dem Siegerpodest volle Pulle die Schampus-Dusche. Foto: imago/Sven Simon

In fünf Tagen beginnt die neue Formel-1-Saison in Bahrain (Sonntag, 16 Uhr, Sky). Mit 22 Rennen, aber eigentlich ohne einen Großen Preis von Deutschland. Die etwa 16,5 Millionen Euro Antrittsgeld können die Betreiber von Nürburgring und Hockenheimring angeblich nicht refinanzieren und wollen nicht ins Risiko gehen.

Doch nach der Streichung des Russland-GP in Sotschi ist der Termin am 25. September frei und auch in den kommenden Jahren soll nach Aussage von Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali (56) kein Rennen mehr im Reich von Wladimir Putin (69) stattfinden.

Hockenheim ergreift Initiative

Als erster Anwärter für den Russland-Ersatz gilt der Istanbul Park Circuit, der wie der Nürburgring 2020 eingesprungen war, als die Corona-Pandemie zu Absagen geführt hatte. Auch im Vorjahr gab es einen Großen Preis der Türkei.

Doch auch Hockenheim würde gerne für Sotschi einspringen, der Automobilclub von Deutschland hat als Ausrichter Verhandlungen mit der Formel 1 aufgenommen. „Die Initiative ist längst ergriffen, um diesen Grand Prix hinzukriegen, anstatt Russland in Deutschland zu fahren“, sagt AvD-Botschafter Christian Danner (63).

Imola als Vorbild

Zwar weiß auch Danner: „Es ist ein finanzielles Problem.“ Allerdings hätten andere Strecken gezeigt, was möglich ist: „In Imola gab es einen Riesennachlass und einen Drei-Jahres-Vertrag. Das wollen wir in Deutschland.“

Die Traditionsstrecke in der Emilia Romagna kehrte 2020 in den Rennkalender zurück und verhandelte nun einen Vertrag bis 2025. Das diesjährige Rennen dort steigt am 24. April und wird auch vom TV-Sender RTL übertragen. Das bisher letzte Rennen in Hockenheim im Jahr 2019 konnte nur dank einer Millionenspritze von Mercedes stattfinden. Es gewann Max Verstappen (24) im Red Bull vor Sebastian Vettel (34) im Ferrari.