Valtteri Bottas sitzt noch in seinem Mercedes-Schrotthaufen und ist mächtig sauer. Foto: dpa/Hasan Bratic

Jetzt haben wir endlich eine spannende Formel 1. Im Regen-Chaos von Imola düpierte Red-Bull-Herausforderer Max Verstappen (23) am Start den von seiner 99. Poleposition losgefahrenen Lewis Hamilton (36). Der Weltmeister rutschte später sogar von der Piste. Doch er kämpfte sich vom neunten noch auf den zweiten Platz vor, holte sich den Extrapunkt für die schnellste Rennrunde und führt die WM mit einem Zähler an. Dritter wurde Lando Norris (22) im McLaren.

Verstappens erster Sieg seit dem WM-Finale 2020 in Abu Dhabi und der zehnte insgesamt macht Hoffnung auf eine spannende WM. „Lewis hat sich zwar den Zusatzpunkt geholt, aber die Saison ist lang“, drohte „Mad Max“. Hamilton konnte sein Glück kaum fassen: „Das war das erste Mal seit langer Zeit, dass ich einen Fehler gemacht habe. Zum Glück konnte ich weiterfahren und zum Schluss noch die schnellste Runde fahren. Unglaublich.“

Bottas und Russell zoffen

Doch hinter den Führenden rappelte es richtig. Mercedes-Kollege Valtteri Bottas (31) kam in der 34. Runde in der gefährlichen Tamburello-Kurve mit seinem designierten Nachfolger George Russell (23) ins Gehege. Dessen Williams geriet auf den Grünstreifen und schoss quer in Bottas' Schwarzpfeil. Beide Autos krachten mit über 200 km/h in die Streckenbegrenzung, Teile flogen umher und erforderten einen Rennabbruch.

Und zwischen Russell und Bottas flogen die Giftpfeile. Während der Brite schimpfte („Was zur Hölle macht der Idiot da!“), zeigte ihm der Finne noch aus dem Cockpit den Stinkefinger. Pikant: Beide werden von Mercedes-Teamchef Toto Wolff (49) gemanagt.

Der Österreicher war schon nach Bottas’ schwacher Quali (Platz 9) sauer: „Leider fehlt uns vorne das zweite Auto.“ Gut möglich, dass bald Russell drin sitzt.

Schumis Sohn zahlt Lehrgeld

Im Regen musste aber auch Mick Schumacher (22) Lehrgeld zahlen. Vor den Augen von Mama Corinna Schumacher (52) krachte der Haas-Jungstar in der Safety-Car-Phase in der 4. Runde wegen des Unfalls von Nicholas Latifi (25, Williams) beim Aufwärmen seiner Reifen in die Barriere. Frontflügel ab!

Nach der Nasen-OP jagte Mick dem Feld hinterher und überholte seinen Haas-Kollegen Nikita Mazepin (22) für Rang 16. Mick sagte selbstkritisch: „Das war irgendwie ein Aquaplaning-Moment, da ärgere ich mich sehr darüber. Ich hätte sonst gute Chancen gehabt, weiter nach vorne zu kommen.“

Vettel vom Pech verfolgt

Sebastian Vettel (33) klebt weiter das Pech am Rennstiefel. Erst miese Quali (13. ), und dann konnte sein Aston-Martin-Team ein Problem an der hinteren Bremsanlage nicht rechtzeitig beheben. Bittere Folge: Start aus der Boxengasse! Dafür kassierte er auch noch eine 10-Sekunden-Strafe. Vettel motzte später: „Die Strafe ist der Rennleitung sehr spät eingefallen. Ich weiß nicht, vielleicht war die Kaffeemaschine voll.“

Vettel suchte sein Heil im frühen Wechsel auf Slicks, dümpelte aber auf dem drittletzten Platz herum. In der letzten Runde musste er seinen Aston Martin sogar wegen Getriebeproblemen in der Garage abstellen. „Es war nicht viel Positives für uns dabei. Ich kann leider nicht viele Runden ohne Probleme fahren.“ TV-Experte Ralf Schumacher (45) urteilte: „Sebastian kann einem leid tun. Das ist ja wie verhext für ihn.“ Vettels Fluch geht also weiter ...