Ab in die Box, Rennen vorbei. Charles Leclercs Ferrari streikte in der 27. Runde. Imago Images/ANP

Die Mörderhitze in Katalonien war zu viel für die geliftete Rote Göttin von Charles Leclerc (24). Wegen Motor-Problemen in seinem Ferrari F1-75 fiel der souverän führende Pole-Setter in der 27. Runde erstmals in dieser Saison aus. Damit verlor er auch seine WM-Führung an Max Verstappen (24), der trotz erneuten DRS-Problemen seinen Hattrick nach Siegen in Imola und Miami einfuhr.

Der „fliegende Holländer“ rast wieder an die Spitze – es war sein erster Barcelona-Sieg seit seinem ersten Formel-1-Sieg überhaupt beim Red-Bull-Debüt 2016. Was für ein Jubel bei den Zehntausenden Oranje-Fans. Dabei hatte Verstappen wie schon im Qualifying mit seinem störrischen DRS-System zu kämpfen, das beim Überfahren der Randsteine einfach nicht den Heckflügeln öffnen wollte. Sein Teamkollege Sergio Perez (32) blieb davon verschont und machte den zweiten Doppelsieg nach Imola perfekt.

Verstappen: Drei-Stopp-Strategie brachte den Sieg

Siegerfaust auf dem Treppchen: Max Verstappen war nach einem schwierigen Rennen richtig happy. AFP/Gene

„Das DRS hat nicht funktioniert, das hat es richtig hart gemacht. Wir sind dann auf eine Drei-Stopp-Strategie gegangen und konnten das Rennen zum Glück gewinnen“, jubelte Verstappen. Katerstimmung natürlich bei Ferrari. Zumal Leclerc-Kollege Carlos Sainz (27) bei seinem Heimrennen wegen eines Drehers in den Kies vom dritten Platz weit zurückfiel, am Ende immerhin noch Vierter wurde.

„Das kam wirklich wie aus dem Nichts“, berichtete Leclerc, der nach Rücksprache mit Teamchef Mattia Binotto (52) ein Überhitzungsproblem ausschloss: „Ich glaube nicht, dass es ein Hitzeproblem ist. Das wird jetzt zu Hause analysiert und ich hoffe, wir finden den Grund schnell. Es war sehr schade, denn wir hatten das Hauptaugenmerk auf das Reifenmanagement gelegt und nicht mit so einem Problem gerechnet.“

Den dritten Platz erbte Mercedes-Youngster George Russell (24), der sich im ersten Drittel ein rundenlanges Rad-an-Rad-Duell mit Verstappen geliefert und den Weltmeister stark gekontert hatte. Rekordchampion Lewis Hamilton (37) wollte nach schlechtem Start und Kollision mit Kevin Magnussen (29) schon aufgeben („Lasst uns den Motor schonen, Jungs“), kämpfte sich dann aber durchs Feld und sogar an Sainz vorbei, bis er den Spanier wegen Spritsparens wieder ziehen lassen musste.

Mick Schumacher mit Punktlos-Fluch

Valtteri Bottas überholt mit seinem Alfa Romeo ohne Probleme Mick Schumacher auf seinem Haas-Boliden. Imago Images/LAT

Mick Schumacher (23) konnte auch im 27. Formel-1-Rennen seinen Punktlos-Fluch nicht brechen, obwohl er nach seinem ersten Top-Ten-Qualifying vom zehnten auf den sechsten Platz vorgeprescht war. Doch im Laufe des Rennens wurde er immer weiter durchgereicht. Sechs Runden vor Schluss verdrängte ihn sogar der von Rang 16 gestartete Sebastian Vettel (34) von Rang elf – nach ihrem Kumpel-Crash von Miami diesmal ohne Berührung. Am Ende strandete Mick auf Rang 14.

Vettels ordentliches Rennen überdeckte aber nicht den Streit um die Schummel-Vorwürfe von Red Bull gegen sein Aston-Martin-Team, dessen runderneuerter AMR22 wie eine perfekte Kopie des RB18 aussieht und den Namen „grüner Red Bull“ bekam.

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