Red-Bull-Star Max Verstappen schiebt nach dem Portugal-GP ziemlich viel Frust. Foto: AFP Pool/Gabriel Bouys

Jetzt fliegen in der Formel 1 die Fetzen. Und das nicht nur auf der Strecke. Max Verstappen (23) und Red Bull werfen Mercedes eine Verschwörung zugunsten von Lewis Hamilton (36) vor. Der WM-Spitzenreiter gewann in Portugal vorm „fliegenden Holländer“ und Edelhelfer Valtteri Bottas (31). Verstappen wurde dann auch noch der Extra-Punkt für die schnellste Rennrunde wegen Verlassens der Strecke aberkannt, den erbte Bottas.

Verstappen im „Mad-Max“-Modus: „Dass sie mir meine schnellste Runde wegen Track Limits wegnehmen, ist komisch. Ich bin da so gefahren wie immer.“ Dass der von der Pole gestartete Bottas Hamilton ohne Gegenwehr vorbeiließ und ihn bis zur 37. Runde bremste, nahm Verstappen hin. Doch richtig ärgerte ihn eine Mercedes-Blockade im Qualifying.

Frust seit der Qualifikation

Da hätten ihn Sebastian Vettel (33) und Lando Norris (22) in den Kundenautos Aston Martin und McLaren auf seiner schnellen Runde behindert, was ihn die Pole kostete. Red-Bull-Sportchef Dr. Helmut Marko (78) warf McLaren Unfairness vor: „Lando Norris sagt man, er soll Max keinen Gefallen tun. Sehr sportlich, die Mercedes-Riege. Als Motoren-Hersteller hat man die Möglichkeit, mit den Kundenautos zu spielen.“

Das wollte sich McLaren-Teamchef Andreas Seidl (45) nicht gefallen lassen: „Lando ist definitiv nicht im Weg gestanden. Wir fahren die Qualifyings und Rennen grundsätzlich nur für uns selbst. Es ist uns egal, mit welchem Auto wir auf der Strecke irgendwo zusammenkommen.“

Wolff zofft mit Marko

Und Mercedes-Teamchef Toto Wolff (49) spottete über Intimfeind Dr. Marko: „Er ist ja nicht der Doktor, er ist der Grumpy! Man darf nicht so bitter sein. Wenn man so die Weltverschwörung sieht, macht es dir das Leben auch nicht heiterer.“

Doch nach dem Rennen kartete „Grumpy“ Marko nach: „Portimao ist eine Mercedes-Strecke, dafür waren wir gut dabei. Doch nun haben wir die Pole verloren, den Sieg und jetzt auch noch die schnellste Rennrunde. Jetzt muss mal Schluss sein.“

Vettel enttäuscht wieder

Auch für Vettel geht bei Aston Martin die Grumpy-Zeit weiter. Drittes Rennen, immer noch null Punkte! Nachdem er im Qualifying erstmals schneller als Teamkollege Lance Stroll (22) war und erstmals seit August 2020 in den Top Ten startete, ging es im Rennen wie von Vettel bereits befürchtet nach hinten.

Er musste sogar den von Rang 17 gestarteten Stroll ziehen lassen, kam nur wegen eines Problems wieder vorbei auf Rang 13. Vettel haderte: „Wir hatten gehofft, dass wir mehr Punkte mitnehmen können. Ich tue mich immer noch schwer, deshalb mussten wir ein paar Plätze abgeben.“

Mick setzt seinen Plan um

Dagegen setzte Mick Schumacher (22) ein erstes Highlight und rehabilitierte sich für seinen Imola-Regenunfall. Er schlug zum dritten Mal Haas-Kollege Nikita Mazepin (22) und überholte sogar Nicholas Latifi (24) im Williams für Platz 17. Genau das hatte Schumis Sohn ja zuvor als sein persönliches Ziel fürs Rennen angekündigt.

„Wir hatten schon mehr Pace als die Williams, aber es war doch ein hartes Stück Arbeit an Nicholas vorbeizukommen“, schilderte Mick sein erstes richtiges Überholmanöver. „Wir können happy sein, haben wenige Fehler gemacht.“