Der Mercedes-Bolide von Lewis Hamilton bekam den vierten Motor in dieser Saison, dafür setzte es eine Strafe. Foto: AFP

Sowas traut sich nur Lewis Hamilton (36). Dieser Typ ist alles andere als kleinkariert! Der WM-Spitzenreiter kam im blauem Burberry- Schottenrock, mit Umhängetäschchen und Hochsteck-Dreadlocks ins Fahrerlager von Istanbul. Hamilton rockt die Formel 1 – auch auf der Piste. Im Training zum Türkei-GP (Sonntag, 14 Uhr, Sky) raste er sofort zur Bestzeit und nahm WM-Rivale Max Verstappen (24) vier Zehntel ab.

Erst der Rock, doch dann der Schock! Weil Mercedes aus Sicherheitsgründen den vierten Motorwechsel der Saison vollzog, wird Hamilton um zehn Startplätze strafversetzt. Ein empfindlicher Rückschlag im Titelkampf mit Verstappen. Der Red-Bull-Heißsporn liegt vor dem 16. WM-Lauf nur zwei Punkte zurück und würde mit seinem achten Saisonsieg die WM-Spitze zurückerobern.

Lewis Hamilton mit Schottenrock in Istanbul. Foto: AFP

Ein Austausch sämtlicher Motor-Komponenten hätte einen Start vom Ende des Feldes bedeutet, wie ihn Verstappen beim letzten Rennen in Sotschi in Kauf genommen hatte. Im russischen Regen war der „fliegende Holländer“ sensationell vom letzten auf den zweiten Platz gerast – eine Aufholjagd, die Sky-Experte Ralf Schumacher (46) Hamilton auch zutraut: „Lewis fühlt sich hier in Istanbul sehr wohl, deshalb hat er diese Strecke für den Motorwechsel ausgewählt. Ich traue ihm auf jeden Fall zu, aufs Podium zu fahren. Ob er Max noch den Sieg streitig machen kann, das wird spannend.“

Hamilton lobt Konkurrent Verstappen

Auch Hamilton würdigte noch einmal Verstappens „Regentanz“ in Russland. „Max war wirklich stark in Sotschi, wo er von ganz hinten in nur 20 Runden auf Platz sechs und später noch auf zwei gefahren ist. Das zeigt, wie stark sein Auto ist“, sagt der Brite – und wähnt sich im technischen Wettrüsten im Hintertreffen: „Red Bull bringt dauernd Upgrades, wir hatten kein Upgrade seit Silverstone.“

Ist Mercedes-Teamchef Toto Wolff (49) plötzlich vom Österreicher zum Schotten mutiert und Hamiltons Kilt ein Insiderwitz? Nein, der Brite fühlte sich von seinem Besuch der Pariser Modewoche inspiriert und sagt: „Ich liebe es, wenn ich mich vom Sport abgrenzen kann und solche gewagten Outfits hier im Fahrerlager tragen zu dürfen.“

Aber Fakt ist: Wolff gerät beim schwierigen Spagat zwischen aktuellem WM-Kampf mit den Motorproblemen und der Entwicklung des komplett neuen 2022er-Silberpfeils zunehmend unter Druck.

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