Mick Schumacher hört genau hin, wenn ihm Teamchef Günther Steiner was sagt. Aber kann er die Forderungen auch umsetzen?
Mick Schumacher hört genau hin, wenn ihm Teamchef Günther Steiner was sagt. Aber kann er die Forderungen auch umsetzen? Foto: Imago/Nordphoto

Der Welpenschutz für Mick Schumacher (23) ist endgültig vorbei. Schon direkt nach dessen dummen Crash mit Sebastian Vettel (34) in Miami wetterte Haas-Teamchef Günther Steiner (57) gegen seinen Punktlos-Piloten: „Das hat er sich selbst zuzuschreiben.“ Und vor dem richtungsweisenden Barcelona-Rennen (Sonntag, 15 Uhr, Sky) erhöht der knallharte Südtiroler noch einmal den Druck.

Dreher in Bahrain und Imola, Unfälle in Jeddah (Quali) und Miami, Verbremser in Melbourne – nach fünf Pannen-Auftritten ist der Sohn von Michael Schumacher (53) neben dem vor dem Rauswurf stehenden Williams-Paydriver Nicholas Latifi (26) der einzige Pilot mit null Punkten. Das ist er nun schon seit 26 Formel-1-Rennen, der Punktlos-Fluch nervt ihn.

Mick Schumacher muss punkten

Denn in der Garage nebenan zeigt ihm sein Ende 2020 bei Haas aussortierter und erst nach dem Rauswurf des Russen Nikita Mazepin (23) reaktivierter Teamkollege Kevin Magnussen (29) mit 15 Punkten, was im Auto steckt.

Steiner fordert: „Mick weiß das und er hat auch eine gute Chance, seine ersten Punkte zu holen. Ich hoffe, dass er diese eher früher als später ergreifen wird, denn auch wir wünschen uns, dass er Punkte sammelt.“ Dabei muss Mick den Dänen eigentlich klar schlagen, wenn er sich für ein Ferrari-Cockpit ab 2025 empfehlen will.

Kevin Magnussen ist Micks Messlatte

Doch im Gegensatz zu seiner steilen Lernkurve in der Formel 3 und 2, in denen er nach einem mäßigen Rookie-Jahr jeweils den Titel gewann, stockt in der Formel 1 die Entwicklung. „Ich würde nicht sagen, dass Mick im Winter einen großen Schritt gemacht hat“, urteilt Steiner schonungslos.

Und er macht Druck: „Wir holten Kevin zurück, weil wir wissen, was er drauf hat, und er ist ein guter Fahrer, der für Mick nun eine Messlatte darstellt, die er erreichen muss.“

Übler Vergleich mit anderen Jungstars

Ein ungenügendes Zwischenzeugnis: Wenn ein durchschnittlicher Pilot wie Magnussen (null Siege in 123 Rennen) die Messlatte für einen Weltmeister-Sohn mit Schumi-Genen ist, der in die Formel 1 kam, um selbst Weltmeister zu werden, dann muss sich Mick am Riemen reißen, um irgendwann mal an der Spitze zu fahren.

Der Vergleich zu anderen Jungstars fällt übel aus: Max Verstappen (24) verscheuchte Daniel Ricciardo (32) aus dem Bullen-Stall und wurde Weltmeister. Charles Leclerc (24) degradierte Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel (34) bei Ferrari zum Auslaufmodell und führt die WM an. Und Mercedes-Neuling George Russell (24) fuhr als einziger Pilot bei allen fünf Rennen in die Punkte und führt mit 59:36-Punkten gegen Rekordweltmeister Lewis Hamilton (37).

Klare Ansage an Mick Schumacher

Steiner hofft, dass Mick den Punktlos-Fluch in Barcelona bricht, sonst reißt bei ihm der Geduldsfaden: „Wir können nicht immer sagen, dass es am nächsten Wochenende auch noch ein Rennen gibt, denn irgendwann ist die Saison dann vorbei und wir warten auf den 24. Grand Prix.“

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