Mattia Binotto, Boss bei Ferrari. imago-images

Maranello In der Not klammert man sich an jeden Strohhalm. Da geht es der kleinen Bogenschützin nicht anders als der großen Formel 1. Um die durch die Corona-Krise arg gebeutelte Saison und damit Millionen-Einnahmen auch nur halbwegs zu retten, ist die Königsklasse des Motorsports zu Sachen bereit, die bisher undenkbar schienen.

Ausgerechnet Sebastian Vettels Ferrari-Rennstall, der bisher im Gegensatz zu allen anderen ein wenig auf der Bremse stand, prescht nun vor. Teamchef Mattia Binotto (50) verkündet beinahe revolutionäre Gedanken zur Rettung der gigantischen PS-Show.

Erste Idee des Schweizers mit der Harry-Potter-Brille: „Wir können zweitägige Grand-Prix-Wochenenden durchführen, mit dem freien Training erst am Samstagmorgen.“ Mit Renn-Wochenenden kompakt soll ein großes Problem gelöst werden. Binotto: „So könnten wir die logistischen Herausforderungen meistern, wenn die Rennen innerhalb kurzer Zeit steigen.“

Maximale Verfügbarkeit

Wenn es gar nicht anders geht, wäre auch eine Saison bis in den Januar vorstellbar. Es gäbe dann einen Weltmeister 2020/21 und nur eine kurze Winterpause. Binotto: „Alle Teams müssen maximale Verfügbarkeit zeigen: Kommen wir dadurch einer kompletten WM-Saison 2020 näher und die folgende beginnt erst im März, wären wir bereit.“

Wie auch die anderen Teamchefs weiß Binotto genau, dass es momentan eine ganz, ganz heiße Phase für die gesamte Rennserie ist, in der der Formel-1-Boss in allen Richtungen gefragt ist: „Wir haben Chase Carey und dem Weltverband FIA die Freiheit gegeben, den Kalender so zu gestalten, wie es nun notwendig ist.“

Zuletzt hatte die Formel 1 auch den als achtes von 22 Rennen geplanten Grand Prix in Baku abgesagt, offiziell gilt auch er zunächst als verschoben. Nach jetzigem Stand soll die Saison nun am 14. Juni im kanadischen Montreal starten.

Aber auch das ist eher fraglich. Doch sobald die Austragung der Rennen grundsätzlich wieder möglich ist, will die Königsklasse viele der ausgefallenen Events nachholen.