Schicker Pokal, stolzer Sieger: Charles Leclerc dominiert mit seinem Ferrari den Formel-1-Saisonauftakt in Bahrain. Foto: dpa/Hassan Ammar

Ferrari ist zurück an der Formel-1-Spitze. Und die Fans sehen dank der neuen Ground-Effect-Autos endlich tolles Racing mit jeder Menge Überholmanöver. Charles Leclerc (24) gewann den WM-Start in Bahrain von der Poleposition vor Teamkollege Carlos Sainz (27).

Der Monegasse lieferte sich ein rundenlanges Duell mit Weltmeister Max Verstappen (24), der ihn dreimal überholte, aber drei Runden vor Schluss mit einem Motor-Defekt ausfiel. Teamkollege Sergio Perez (32) ereilte das gleiche Schicksal in der letzten Runde, wodurch Lewis Hamilton (37) Platz drei erbte.

Ferrari-Teamchef stolz wie Bolle

Ferrari hat endlich wieder eine Rote Göttin. Es war der erste Sieg seit 910 Tagen, seit dem von Sebastian Vettel (34) in Singapur 2019. „Es ist toll, endlich wieder oben zu stehen, vor allem nach den zwei schlimmen Jahren“, freute sich Leclerc über seinen dritten GP-Sieg.

Der für seine vielen Roten Gurken kritisierte Teamchef Mattia Binotto (52) platzte vor Stolz: „Wir haben eine harte Zeit hinter uns und dürfen stolz sein, wie wir vor allem die Antriebseinheit verbessert haben.“

Mercedes hat sich wohl verplant

Ferrari hat Platzhirsch Mercedes überholt, der Konstrukteurs-Weltmeister ist nur noch dritte Kraft. Mercedes-Teamchef Toto Wolff (50) musste zugeben: „Wir haben das Auto ein bisschen höher gestellt, um das Bouncing zu verhindern, aber das kostet natürlich Leistung.“

Für Mick Schumacher (22) verlief der Start in seine zweite Formel-1-Saison holprig. Nach einem Quali-Fahrfehler raste er vom 12. Startplatz vor auf zehn, wurde aber von Alpine-Pilot Esteban Ocon (25) am rechten Hinterrad getroffen und umgedreht. Dafür erhielt der Franzose eine Fünf-Sekunden-Strafe, Mick fiel weit zurück, landete aber durch die Ausfälle auf Rang elf. Sein Haas-Kollege Kevin Magnussen (29) holte als Fünfter die ersten Punkte seit Budapest 2020 (10.).

Fahrlehrer für Mick Schumacher

„Mick konnte die Pace von Magnussen nicht gehen“, urteilte Onkel Ralf Schumacher (47) als TV-Experte bei Sky. Auch Teamchef Günther Steiner (56) tadelte: „Mick muss sich daran gewöhnen, dass das Auto besser ist. Deshalb ist es gut, dass er Kevin hat, der ihm zeigt, was in diesem Auto möglich ist. Aber ich denke, das wird er schaffen.“ Oha, Magnussen als Fahrlehrer.

Das Comeback von Nico Hülkenberg (34) im lahmen Aston Martin als Ersatz des coronainfizierten Vettel endete auf Rang 17. Der Emmericher verbremste sich beim Angriff auf Mick und fiel weit zurück, Teamkollege Lance Stroll (23) wurde 12. „Das ist ein Desaster, wenn man vorher von einer Sechs-Sterne-Saison erzählt“, urteilte Ralf Schumacher.