Das ist vielversprechend: Im Training in Monaco legt Charles Leclerc im Ferrari die Bestzeit hin. Foto: AP/Luca Bruno

Es ist das Gesprächsthema am Ruhetag in Monaco: Wie schnell ist Ferrari wirklich? Erleben wir beim wichtigsten Rennen des Jahres (Sonntag, 15 Uhr, Sky) tatsächlich die Auferstehung der im letzten Jahr von Sebastian Vettel (33) auf WM-Rang sechs abgestürzten Scuderia? Die Trainingsbestzeit von Lokalmatador Charles Leclerc (23) gibt Hoffnung. Oder hat Ferrari wieder mal getrickst?

Alles auf Rot beim Casino-GP – dagegen hat Leclerc natürlich keine Einwände. Der Monegasse will endlich seinen Heim-Fluch besiegen. Bei seinen bisherigen drei Rennen im Sauber und Ferrari schied er aus. „Ich liebe diese Strecke, aber ich hatte hier bisher eine harte Zeit“, sagt Leclerc. Mit einem Sieg könnte er nach Louis Chiron (1931 im Bugatti) der zweite Monegasse werden, der sein Heimrennen gewinnt.

Wieder Göttin statt Gurke

Für Ferrari ist Monaco generell kein gutes Pflaster. In den letzten 20 Jahren gab es nur zwei Siege: 2001 mit Michael Schumacher (52) und 2017 mit Vettel. Doch nun hat der leidgeprüfte Teamchef Mattia Binotto (51) nach der roten Gurke SF1000 mit dem SF21 wieder eine rote Göttin. Er sagt stolz: „Es war wichtig zu sehen, dass wir nach der schwierigen Saison 2020 die Wende schaffen. Wir haben ein gutes Auto gebaut, das an bisher allen Rennstrecken überall konkurrenzfähig war.“

Ein erneute Spitze gegen Vettel verkniff er sich, nachdem er mit dem Sonderlob für Nachfolger Carlos Sainz (26, „Endlich können wir uns auf beide Fahrer verlassen“) übel nachgetreten hatte. Der Spanier bestätigte mit der zweitbesten Zeit den Speed des vor allem in engen Kurven schnellen SF21.

Damit heizen die Roten zunächst mal den bisher drittschnellsten McLaren-Mercedes ein. Deren Shootingstar Lando Norris (21) ist nicht überrascht: „Sie waren in der letzten Schikane in Barcelona sehr schnell. Das war bereits ein Vorgeschmack auf Monaco. Wir wissen, wo sie schnell sind und wo nicht. Und diese Strecke passt sehr gut zu ihnen.“

Hamilton hat Respekt

Aber sind Leclerc und Sainz damit auch Kandidaten für die Pole-Position, die in Monaco quasi schon den Sieg bedeutet? Achtmal in den vergangenen elf Jahren siegte der Pole-Setter. Das befürchtet auch Lewis Hamilton (36). „Am Sonntag wirst du einen Zug sehen und die Fans wissen jetzt schon, dass das passieren wird“, sagt der Brite, der deshalb Leclerc als Siegkandidat auf dem Zettel hat: „Ferrari sieht wirklich stark aus. Aber das ist großartig. Das bedeutet mehr Konkurrenz.“

Nicht begeistert ist dagegen der als Favorit angereiste Max Verstappen (23): „Ich bin überrascht, wie stark Ferrari ist. Das zeigt aber auch, wie schwach wir sind. Das Auto hat sich nicht gut angefühlt. Wir müssen einiges an Tempo finden.“ Man darf gespannt sein, wer das Rennen um die Pole macht.