Ex-Kollege und TV-Experte Mark Webber (l.) rät Sebastian Vettel, Ferrari so schnell wie möglich zu verlassen.    Foto: Imago Images

Nach dem Ferrari-Fiasko zum Saisonstart kündigt die Scuderia bereits für das nächste Rennen am Sonntag (15.10 Uhr, RTL) ein Update an. Auch Sebastian Vettel (33) kämpft, sieht drei Optionen für die Zukunft. Während Ex-Kollege Nico Rosberg (35) mit ihm hart ins Gericht gehen, empfindet Mark Webber (43) nur noch Mitleid.

„Die Beziehung ist zu Ende, die Chemie weg, die Ehe ist vorbei“, urteilt der Australier knallhart. „Sebastian trägt zwar rot und fährt ein rotes Auto, aber er ist dort auf sich allein gestellt“, sagt Webber, mit dem Vettel bis 2013 gemeinsam für Red Bull fuhr, über die besiegelte Trennung zum Jahresende und Platz zehn im ersten Rennen. Deswegen empfiehlt er: „Umso früher dieses Szenario vorbei ist, desto besser.“

Vettel beurteilt das Ferrari-Fiasko ähnlich. „Mit Sicherheit haben alle auch alles versucht, aber letzten Endes sind wir sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite gescheitert.“ Der Titel sei ausgeblieben: „Der war das große Ziel.“

Gedanken, die Italiener vorzeitig zu verlassen, wischt er beiseite. „Ich bin nach wie vor sehr ehrgeizig“, betont er. „Ich möchte es eigentlich nicht missen, mit der richtigen Aufgabe und dem richtigen Platz, würde ich mich im Formel-1-Auto sehr zu Hause fühlen.“

Für seine Zukunft sieht er drei Optionen: Karriereende, Pause oder ein neues Team im kommenden Jahr. „Wenn man die Entscheidung trifft, die Tür zuzumachen, dann sollte man sie nicht so treffen, dass man die Hoffnung hat, sie wieder aufzumachen. Es sei denn, es ist von vornherein klar“, meint Vettel, der seit 2015 für Ferrari fährt.

Werbung in eigener Sache konnte er auf dem Red-Bull-Ring nicht machen. „Er fängt jetzt ganz unten an. In der Formel 1 bist du nur so gut, wie dein letztes Rennen“, erklärt Ex-Weltmeister Nico Rosberg. Für den TV-Experten war Vettels Patzer „unerklärlich“ und „enttäuschend“.

Hoffnung, dass es zumindest ein bisschen besser wird, macht ihm Ferrari: Ein erst für Ungarn geplantes Upgrade-Paket soll nun schon am Sonntag zum Einsatz kommen. „Es ist klar, dass wir uns in allen Bereichen verbessern müssen“, erklärt Scuderia-Vorstands Louis Camilleri.

Doch Teamchef Mattia Binotti, ebenso hart in der Kritik wie Vettel, bremst sofort die Erwartungen: „Wir wissen, dass kein Paket ein Zauberstab sein kann, der radikal die Hackordnung zwischen den Teams verändert.“

Klingt so, als würde Vettels Frustfahrt weitergehen ...