Bernie Ecclestone (r.) verfolgt auch nach seiner Zeit als Formel-1-Boss die Königklasse und kritisiert nun Mercedes und Teamchef Toto Wolff scharf. Imago

Schluss mit dem unwürdigen Schauspiel! Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone (91) platzt nach dem irren wie peinlichen WM-Finale der Kragen und kritisiert vor allem das Verhalten von Mercedes-Teamchef Toto Wolff rund um das Finale in Abu Dhabi scharf: „Es ist ein Desaster. Der Sport leidet darunter, dass es nicht mehr nur um den reinen Wettkampf geht, sondern nur noch um das Interesse von wenigen Einzelnen.“

Anlass ist der viele Funk-Kontakt mit Rennleiter Michael Masi (42). Sowohl Red-Bull-Teamchef Christian Horner (48) als auch Mercedes-Rivale Toto Wolff (49) beschwerten sich fast im Minutentakt während des WM-Finals.

Ecclestone kritisiert Wolff und Mercedes

Der Höhepunkt war dann in der letzten Runde erreicht, als beide Druck ausübten, um das Chaos für sich zu nutzen. Nach einer Safety-Car-Phase hatte Masi das Rennen eine Runde vor Schluss wieder freigegeben, eigentlich hätte das Feld aber noch einen vollen Umlauf dahinter zurücklegen müssen. Als Max Verstappen Lewis Hamilton dann überholte, schimpfte Wolff für alle TV-Zuschauer hörbar: „Das ist falsch. Das ist einfach falsch.“ Masi konterte cool: „Toto, das nennt man Racing.“

Imago
Ein Foto aus dem Jahr 2015, als Ecclestone noch die Formel 1 regierte. Ein Fan vom neuen Weltmeister Max Verstappen war der Brite von Anfang an.

Ecclestone sieht es genauso: „Es wäre unfair gewesen, eine solche Saison und ein solches Finish mit dem Safety Car zu beenden. Hamilton wäre dann Weltmeister gewesen. Alle Fans hätten dann doch gesagt: ‚Was machen denn diese dummen Stewards.‘ Nein, er hat in diesem Fall das Richtige getan.“

Petz- und Beschwer-Funk soll abgeschafft werden

Doch der ständige Petz- und Beschwer-Funk stört Ecclestone massiv. Gegenüber dem Münchner Merkur und der tz schimpfte der Brite: „Es ist ein Witz, wie jeder hören kann, dass Teamchefs wie Toto Wolff während eines Rennens versuchen, Entscheidungen der Rennleitung zu beeinflussen. Und wie man sich bei Red Bull gleichzeitig genötigt sieht, sich gegen diese versuchte Einflussnahme zu verteidigen.“

Entsprechend hat Ecclestone null Verständnis für den später eingelegten Protest von Mercedes: „Wenn ich Mercedes-Boss wäre, hätte ich ihn zurückgepfiffen. Mercedes ist die älteste Automarke der Welt mit unglaublicher Tradition. Durch den Protest erhält der Stern aber immense Kratzer.“

Eccelstone spricht von Mobbing gegen Verstappen

Ecclestone, bis 2017 Geschäftsführer der Formel 1, sieht Verstappen als verdienten WM-Champion. Der Niederländer hätte sich nicht nur auf der Strecke, sondern auch daneben gegen Hamilton und Mercedes durchgesetzt: „Hamiltons Team hat alle Register gezogen, auch medial, um Max zu verunsichern. Da kann man schon fast von Mobbing reden.“

Immerhin: Zumindest was den Formel-1-Funk betrifft, planen die Bosse der Rennserie, die Regeln in der neuen Saison zu verändern. Ross Brawn (67), der Sportdirektor der Formel 1, will dem „Kuhhandel“ den Saft abdrehen. Der ehemalige technische Direktor von Benetton und Ferrari sagte der Zeitschrift Auto Motor und Sport: „Das ist, als würden Trainer beim Fußball mit dem Schiedsrichter verhandeln. Wir werden diesen Kontakt im nächsten Jahr unterbinden.“

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