Findet seine Idee spitze, die DFL eher nicht: Aue-Präsident Helge Leonhardt. Foto: Imago/Eibner

Wie viele Fans dürfen jetzt noch in die Stadien, wie geht man mit ungeimpften Spielern um - Corona bestimmt auch wieder im Profi-Fußball die Schlagzeilen. Die Diskussionen sind brisant genug. Für einen ist das trotzdem alles eher Larifari und so ziemlich am Thema vorbei. Aue-Präsident Helge Leonhardt (63) ist überzeugt: „Wir brauchen bis Ende Dezember einen Fußball-Lockdown.“

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Leonhardts FC Erzgebirge steckt in der Zweiten Liga im Abstiegskampf. Es läuft gerade nicht wirklich. Ist die aktuelle sportliche Situation seines Klubs ein Motiv für die Knallhart-Ansage? Immerhin argumentiert Leonhardt auch mit Wettbewerbsverzerrung, weil  angesichts steigender Corona-Fälle in den Mannschaften Spieler für Partien ausfallen, zudem in den Bundesländern die Zulassung von Zuschauern unterschiedlich gehandhabt wird. Für Sachsen gilt: Geisterspiele in den höchsten drei Ligen. Unternehmer Leonhardt: „Es kann nicht das Ziel sein, die erste Saisonhälfte um jeden Preis bis Weihnachten durchzupeitschen.“

Sorgfalt kommt vor Gier 

Angesichts einer Inzidenz im Erzgebirgskreis von weit über 1350 sagt der Klub-Boss auch: „Die nächsten vier Wochen werden extrem schwierig für unser Land und stellen uns vor eine Zerreißprobe. Dort wird kluges und geordnetes Handeln gefragt sein, ohne chaotische Aktionen. Wir sollten Sorgfalt vor Gier walten zu lassen, müssen einfach den Schutz der Menschen in den Vordergrund stellen, Vorbilder sein.“

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Leonhardt ist überzeugt von seiner Idee, auch wenn er schon ahnt, dass er damit ziemlich alleine ist:  „Diesen Appell sende ich auch an die DFL, egal, ob er dort gehört wird oder nicht.“

Gehört wurde er, aber auch postwendend gestutzt. Die DFL twitterte:„ Es gibt die abgestimmte Linie aller 36 Klubs, in der Corona-Pandemie immer auf Basis der staatlichen Vorgaben zu agieren. Ein selbstverhängter, flächendeckender Lockdown im Sinne einer Saison-Unterbrechung ist daher kein Thema.“