Erleichterung bei den Opfern von Larry Nassar. Der ehemalige Sportarzt muss lebenslang ins Gefängnis. Imago

Erleichterung bei den vielen Opfern. Der Prozess gegen den ehemaligen US-Sportarzt Larry Nassar (58) wegen massenhaften sexuellen Missbrauchs junger Turnerinnen wird nicht neu aufgerollt. Der Oberste Gerichtshof von Michigan lehnte den Einspruch am Freitag ab.

Die Anwälte von Nassar hatten eine neue Anhörung damit begründet, dass Richterin Rosemarie Aquilina bei ihrem Urteil 2018 rachsüchtige Worte gewählt habe. „Ich habe gerade Ihr Todesurteil unterschrieben“, hatte Aquilina damals gesagt, als Nassar zu bis zu 175 Jahren Haft verurteilt worden war.

Das Gericht hielt nun fest, dass die Richterin trotz ihrer provokanten Äußerungen an der von den Anwälten ausgearbeiteten Strafvereinbarung festgehalten habe. Deshalb sei es abzulehnen, die Opfer einem zusätzlichen Trauma auszusetzen.

Missbrauchsopfer fordern 1 Milliarde Dollar Schadensersatz

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Das Urteil gegen den ehemaligen US-Sportarzt Larry Nassar über eine Haftstrafe von 175 Jahren bleibt bestehen.

Gegen Nassar waren drei Urteile mit Strafen von insgesamt bis zu 175 Jahren Gefängnis verhängt worden. Der frühere Sportarzt hatte zahlreiche junge Turnerinnen sexuell missbraucht. In dem Prozess waren mehr als 150 Mädchen und Frauen angehört worden, darunter auch mehrere Olympiasiegerinnen. Nassar hatte sich im November 2017 schuldig bekannt, Frauen und Mädchen während seiner Zeit als Sportmediziner bei USA Gymnastics und der Michigan State University (MSU) sexuell missbraucht zu haben.

Weiter läuft die Klage einer Gruppe von US-Kunstturnerinnen um die viermalige Olympiasiegerin Simone Biles gegen das FBI wegen angeblicher Fehler bei den Untersuchungen. Die Sportlerinnen fordern eine Milliarde Dollar.

Fall Larry Nassar: Schwere Vorwürfe gegen das FBI

„Die Mehrheit der Antragstellerinnen sind über 90 junge Frauen und Mädchen, die nach 2015 missbraucht wurden, weil das FBI die erforderlichen Schritte zu ihrem Schutz nicht unternommen hat“, hieß es in einer Erklärung. USA Gymnastics meldete Nassar bereits im Juli 2015 an das FBI, aber der Arzt behandelte weiterhin Patienten an der MSU.

Zuletzt waren Hunderte Nassar-Opfer mit einer Summe von insgesamt rund 380 Millionen Dollar entschädigt worden. Die MSU hatte bereits vor vier Jahren 500 Millionen Dollar Entschädigung bewilligt.

Die Turnerinnen Biles, Aly Raisman, McKayla Maroney und Maggie Nichols kritisierten schon im Vorjahr das Vorgehen der Inlands-Sicherheitsbehörde. Das FBI habe in der Angelegenheit nicht sofort gehandelt.

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