Bei den Deutschen Meisterschaften in Oberstdorf begeisterten Annika Hocke und Robert Kunkel das Publikum. Was geht bei der EM?
Bei den Deutschen Meisterschaften in Oberstdorf begeisterten Annika Hocke und Robert Kunkel das Publikum. Was geht bei der EM? dpa/Angelika Warmuth

Das macht richtig Lust auf die Eiskunstlauf-EM in Finnland (25. bis 28. Januar): In Espoo hat endlich mal wieder mit den deutschen Meistern Annika Hocke (22) und Robert Kunkel (23) ein Berliner Paar die Chance auf eine Medaille. Wirklich.

„Nichts ist unmöglich“, sagt Alexander König (56). Er muss es wissen, denn kein deutscher Trainer steckt aktuell mehr auf Topniveau in der Szene drin als der Berliner, der 2018 Aljona Sawtschenko/Bruno Massot zum Olympiagold führte.

König: „Mit Annika und Robert haben wir endlich wieder mal ein Meisterpaar aus Berlin. Wenn sie ihre Kür noch ein klitzekleines bisschen verbessern, ist durchaus eine EM-Medaille drin.“ Selbst der Titel scheint nicht ausgeschlossen, da die Russen nicht am Start sind.

Annika Hocke/Robert Kinkel trainieren in Bergamo

Annika und Robert vom SC Charlottenburg bilden seit drei Jahren ein Kufen-Paar und hatten mit Knut Schubert (64), Rico Rex (46), Romy Oesterreich (66) und natürlich Alexander König schon eine Menge Trainer. „Von allen haben wir was mitgenommen“, stellt Robert fest.

Inzwischen siedelte das Duo nach Bergamo um und begab sich dort in die Obhut des Italo-Tschechen Andrej Hotarek (38). „Uns macht das Training in Bergamo unheimlich Spaß. Wir haben prima Bedingungen und kommen gut voran“, schwärmte Annika bei den Deutschen Meisterschaften in Oberstdorf.

Traum-Trainer geht nicht wegen Krieg in der Ukraine

Mit dem Meistertitel in der Tasche steckten die Berliner auch die gut fünfstündige Autofahrt quer über die Alpen weg. Bei Lichte besehen ist aber Bergamo nur die zweite Wahl. Ihre scharfen Kufen würden sie wohl lieber in das Eis von Sotschi schneiden, denn dort hatte ihnen Trainer Dmitri Savin den kalten Grund für ihren sportlichen Aufstieg als Erster geglättet.

Savin schlug zwar ab und zu in Berlin auf. Durch die aktuelle Lage mit dem Krieg in der Ukraine ist er in Berlin nicht gern gesehen. Als Bundeswehr-Angehörigen sind dem Paar verständlicherweise Reisen nach Russland untersagt.

Berlin hat in Sachen Medaillen eine große Tradition

Mit Heidemarie Steiner/Dr. Heinz-Ulrich Walther, Romy Kermer/Rolf Oesterreich, Manuela Groß/Uwe Kagelmann, Birgit Lorenz/Knut Schubert sowie Katrin Kanitz/Tobias Schröder sorgten durchaus Berliner Doppel in der Vergangenheit für Paarlauf-Glanz in Europa. Zuletzt stand 1988 in Prag mit Peggy Schwarz/Alexander König ein Berliner Paar als Dritte auf dem Podest. Lang ist’s her. Aber das wollen Annika und Robert in Espoo ändern.

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