Kein Bild der kommenden Formel-1-Saison: Haas-Teamchef Günther Steiner will Nikita Mazepin loswerden, setzt auf Mick Schumacher (l.) und Pietro Fittipaldi (r.). Foto: Imago

Die Beziehung zwischen Mick Schumacher (22) und seinem Haas-Kollegen Nikita Mazepin (23) war schwierig – auf und neben der Strecke. Der Rüpel-Russe fuhr gefährliche Manöver gegen ihn und fiel mit einer Busengrabsch-Attacke auf Model Andrea D'Ival und Outing-Andeutung gegen Mercedes-Juwel George Russell (24) negativ auf. Jetzt beendet der russische Angriff auf die Ukraine Mazepins Formel-1-Karriere. Und kaum einer im Fahrerlager ist traurig darüber.

Die Millionen von Vater Dmitry (53) brachten Nikita in die Formel 1, doch jetzt wird ihm dessen Nähe zu Wladimir Putin (69) zum Verhängnis. Noch am Tag des Angriffs war der Uralkali-Milliardär einer von 37 ausgewählten Wirtschaftsvertretern, die Putin im Kreml auf den Krieg einschwor.

Sohn Nikita fuhr derweil beim Formel-1-Test in Barcelona einen von russischen Nationalfarben und Uralkali-Logos „reingewaschenen“ Haas-Ferrari VF-22 und ahnte wohl schon, dass es seine letzten Runden in der Königsklasse des Motorsports werden würden. „Es ist eine schwierige Zeit für mich“, twitterte Mazepin und beteuerte, er habe keinen Einfluss auf „vieles, das gesagt und getan wird“.

Haas kassiert 50 Millionen vom Russen-Sponsor Uralkali

Bei einer außerordentlichen Sitzung des Motorsport-Weltrates wurde beschlossen, dass russische Fahrer unter neutraler Fia-Flagge weiter in der Formel 1 mitfahren dürfen. Doch es ist unwahrscheinlich, dass Haas an Mazepin festhält. Denn: Nach der Streichung des für den 25. September geplanten Russland-Rennens dürfte sich Haas auch komplett von Sponsor Uralkali trennen.

Vor allem nachdem der Britische Motorsportverband dem Russen keine Starterlaubnis für das Rennen in Silverstone gibt. Verbandschef David Richards: „Es ist unsere Pflicht, jeden Einfluss und jedes Druckmittel zu nutzen, um diese völlig ungerechtfertigte Invasion in der Ukraine zu stoppen.“

Juristen arbeiten laut Teamchef Günther Steiner (56) bereits daran, den mehrjährigen und angeblich 50 Millionen Euro schweren Sponsoringvertrag aufzulösen. Die Saison sei aber so oder so „finanziell gesichert“, betonte Steiner, „auch bei einer Trennung von Uralkali“.

Pietro Fittipaldi soll Micks Haas-Kollege werden

Russen-Farben weg, Russen-Kohle weg, Russen-Fahrer weg – doch wer wird neuer Teamkollege von Mick Schumacher? Logische Wahl wäre der brasilianische Haas-Ersatzpilot Pietro Fittipaldi (25). Der Enkel von Doppel-Weltmeister Emerson Fittipaldi (75) fuhr in der Saison 2020 schon zwei Rennen als Ersatz für den beim Feuer-Unfall in Bahrain verletzten Romain Grosjean (35). Fittipaldi landete beim zweiten Bahrain-Rennen auf Platz 17 und beim Finale in Abu Dhabi auf Rang 19.

Als Kandidat gilt aber auch der frühere Alfa-Romeo-Pilot Antonio Giovinazzi (28), den sich wohl Technologie-Partner Ferrari wünscht. Zuletzt fuhr der Italiener erfolglos in der Elektroserie Formel E.

Als Dritten bringt die Schweizer Zeitung Blick den Australier Oscar Piastri (20) ins Spiel. Der Formel-2-Meister des Vorjahres ist aktuell Ersatzfahrer bei Alpine, würde aber wohl für ein Haas-Cockpit die Freigabe erhalten.

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