Zahlreiche Crashs überschatten das Rennen in Mugello. Imago Images/Steven Tee

Das 1000. Ferrari-Rennen versank mit drei schweren Unfällen im Chaos – sinnbildlich zum Zustand der einst stolzen Schluderia. Statt eines Festes sahen die 3000 zugelassenen Tifosi ein Trauerspiel. Die Fahrer Charles Leclerc (22) und Sebastian Vettel (33) wurden in ihren dunkelrot lackierten Jubiläumsgurken auf der Ferrari-eigenen Teststrecke zu Überholopfern – und am Ende nur dank zahlreicher Ausfälle Achter und Zehnter.

„Es wäre schön gewesen, mehr Punkte abzustauben als nur einen. Aber wir hatten einfach nicht die Pace gehabt, um weiter vorne zu kämpfen“, haderte Vettel. Der zum Saisonende ausrangierte Altmeister hatte sogar Probleme, Williams-Rookie George Russell (22) hinter sich zu halten. Vettel flüchtete sich wieder mal in Galgenhumor: „Es gab nicht viele Autos, die langsamer waren als wir. Das ist bitter für uns, aber was sollen wir denn machen?“

Ferrari in Trümmern, obwohl es diesmal die anderen Teams waren, die bei drei schweren Unfällen Federn ließen. Als ersten Favoriten erwischtes es nach einem Schneckenstart Red-Bull-Heißdüse Max Verstappen (22), der von einem unabsichtlich von Kimi Räikkönen (41) ausgelösten Domino-Crash ins Kiesbett gerammt wurde.

Beim Neustart crashten auf der Start-Ziel-Geraden Vettels künftiger Nachfolger Carlos Sainz jr. (26) und Romain Grosjean (34). Später überstand Vettels künftiger Aston-Martin-Kollege Lance Stroll (21) einen Horrorcrash nach Reifenplatzer zum Glück unverletzt.

Von all dem unbeeindruckt raste WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (35) vor Edelhelfer Valtteri Bottas (31) und Podest-Debütant Alexander Albon (24) zu seinem sechsten Saisonsieg und baute seine Führung auf 58 Punkte aus. „Das waren heute drei Rennen an einem Tag, es war unglaublich hart. Mein Herz rast immer noch“, freute sich der Mercedes-Superstar, der auf dem Podium mit einem schwarzen T-Shirt gegen Polizeigewalt in den USA protestierte.

Mit seinem 90. GP-Sieg fehlt ihm nur noch einer zum Rekord von Michael Schumacher (51). Die Chance zur Egalisierung erhält Hamilton in zwei Wochen beim Großen Preis von Russland in Sotschi.