Dortmunds Jubel nach dem 2:0. (F. v. l.) Jude Bellingham, Marco Reus, Manuel Akanji, Raphael Guerreiro, Jadon Sancho und Erling Haaland.  Foto Koch

Ende gut, alles gut. Borussia Dortmund ist drauf und dran, seine bisherige Achterbahn-Saison fulminant zu retten. Der erste ganz wichtige Schritt dazu ist mit dem fünften Erfolg des BVB im DFB-Pokal in Berlin grandios gelungen. Das 4:1 (3:0) im Finale gegen Herausforderer RB Leipzig ist vor allem ein Triumph der schwarz-gelben Konter-Monster.

Eine einzige Enttäuschung für die Sachsen 

Was haben sich die Sachsen abgemüht – doch das Ergebnis ist eine einzige Enttäuschung. Sie haben sich reingehauen, haben bald die deutlich größeren Spielanteile, nur in der Rubrik, die ganz wichtig ist, liegen sie ganz fix regelrecht uneinholbar zurück. Das Schlimme für die Roten Bullen ist, dass es immer wieder nach dem gleichen Muster geht, nämlich so: zaghafter Spielaufbau RB, Ballverlust oder Ball-Klau – ab geht die Post beim BVB und drin ist die Pille!

Ganz früh schon passiert es, normalerweise ist das Abtasten noch nicht vorbei. Nur haben beide das vor fünf Tagen im Spiel um Punkte bereits erledigt. Marco Reus, der BVB-Kapitän, angelt sich nahe der Mittellinie die Kugel von Kevin Kampl. Der Rest über Erling Haaland (nach seiner Verletzung wieder fit) und Mahmoud Dahoud dauert nur Sekunden, dann haut Jadon Sancho das 1:0 rein (5.).

Bürki hat so gut wie nichts zu tun 

Ein Auftakt nach Maß vor allem für den scheidenden Trainer Edin Terzic. Dass auch RB-Coach Julian Nagelsmann sein Team verlässt, kümmert die Schwarz-Gelben nicht die Bohne. Roman Bürki, für den verletzten Marwin Hitz zurück im BVB-Kasten, hat so gut wie nichts zu tun. Es gibt kein Durchkommen für die RB-Attacke, auch weil bei den Dortmundern Ex-Herthaner Lukasz Piszczek in die Abwehr zurückgekehrt ist. Der Oldie (wird in drei Wochen 36) sorgt neben Mats Hummels für Stabilität.

Dort, wo es für Borussia gefährlich werden könnte, spielt sich lange so gut wie nichts ab. Ganz anders Reus, Haaland & Co. Kaum verliert Hee-Chan Hwang weit in der BVB-Hälfte (!) die Kugel, klingelt es auf der anderen Seite. Haaland tankt sich durch, lässt RB-Abwehr-Kante an seinem Körper abtropfen – mit ganz viel Auge zirkelt der Norweger das 2:0 rein (28.).

Als ob die Sachsen daraus nichts erkennen, tappen sie in einen dritten Konter: Reus legt für Sancho auf, der schiebt mit Seelenruhe das 3:0 rein (45.). Es ist eine absolut serienreife Lehrvorführung in Sachen Konter-Monster. Selbst Noch-Bundestrainer Jogi Löw kommt aus dem Staunen nicht heraus und sagt zur Pause ins ARD-Mikrofon: „Leipzig hat zwar mehr Anteile mit Ball, aber die Effizienz ist klar auf Seiten der Dortmunder.“

RB setzt alles auf eine Karte 

Ganz so einfach bleibt es nicht, weil RB mit dem Rücken zur Wand steht, nun mit Yussuf Poulsen und Emil Forsberg alles auf eine Karte setzt und der BVB einen erneuten Muster-Konter nicht nutzt (Thorgan Hazard, 66.). Dafür haut Dani Olmo das 1:3 rein (71.). Nun rennt RB Bürki mehr und mehr die Bude ein. Ein Tor hier bringt alles noch mehr zum Kochen, ein Tor da die Entscheidung. Nur vertändelt Sancho allein vor dem leeren (!) RB-Kasten das 4:1 (84.), bevor Haaland doch den Sack zubindet, indem er sich selbst anschießt und seinen eigenen Schuss damit abfälscht (87.). Ende gut, alles gut …