Erling Haaland feiert sein Tor zum 2:1. Foto: Imago

Olé, BVB! So macht Borussia ganz viel Spaß! In der Liga zurzeit pfui, in Europa hui. Mit dem 3:2 (3:1) im Hinspiel des Achtelfinales der Champions League beim FC Sevilla setzen die Dortmunder ein ganz dickes Ausrufezeichen. Sturm-Ass Haaland ist bei der schwarz-gelben Gala mal wieder der ganz große Held.

Es schlägt 13 für den Norweger. In seinem 13. Spiel in Europas Königsklasse gelingt Haaland der sechste (!) Doppelpack. Das ist eine unfassbar starke Bilanz und ein grandioser Spiegel seiner Extraklasse. Dabei gelingen dem 20-Jährigen die Treffer gegen die Null-Gegentore-Champions in Spaniens Primera Division.

Neun Spiele am Stück hatte Sevilla zuvor gewonnen und hatte dabei nur ein Gegentor kassiert. Zuletzt stand siebenmal hinten die Null, selbst der FC Barcelona hatte sich die Zähne an der Monster-Abwehr ausgebissen. Das droht anfangs auch Borussia, zumal Suso die schnelle 1:0-Führung erzielt, weil sein Schuss durch Jude Bellingham und Mats Hummels gleich doppelt abgefälscht wird und Keeper Marwin Hitz ins Leere springt (7.).

Dortmunder hauen raus, was sie auf dem Kasten haben

Was den BVB noch vor ein paar Tagen umgehauen hätte, geht nahezu spurlos an ihm vorbei. Im Gegenteil. Es folgt eine unverhoffte Trotzreaktion und Spielzüge vom Feinsten. Mahmoud Dahoud, für den erst gar nicht mitgereisten Thomas Delaney (seine Frau und er erwarten Nachwuchs) in die Startelf gerückt, zieht aus 25 Metern ab – und hämmert die Kugel mit Schmackes ins rechte Dreiangel. Sevilla-Keeper Bono, ein 1,92-m-Hühne, fliegt vergebens.

Das 1:1 (19.) leitet eine Phase ein, in der die Dortmunder alles raushauen, was sie derzeit auf dem Kasten haben, was sie zuletzt aber viel zu selten gezeigt haben. Da sprintet Haaland Richtung Sevilla-Strafraum, findet Jadon Sancho zum Doppelpass, der hat ganz viel Gefühl in seinem Fuß und Haaland Eiseskälte beim Abschluss. Das 2:1 (27.) hat was von Klasse.

Der BVB lässt Sevilla keine Zeit zum Luftholen 

Der BVB bleibt dran, dominiert die Spanier und lässt ihnen weder Raum zum Kombinieren und erst recht nicht Zeit zum Luftholen. Erst findet Haaland mit einem Knaller in Bono seinen Meister (34.), dann trifft Hummels den Ball nach einer Ecke nicht gut genug (35.). Borussia hat alles im Griff und ist im Vergleich zu den jüngsten Auftritten nicht wiederzuerkennen.

Streckenweise hat das Spiel der Schwarz-Gelben was von Magie. Und als Marco Reus, völlig untypisch zuletzt vom Kapitän, im Mittelfeld den Ball erobert, geht die Post so was von ab, dass die Dortmunder in Überzahl kontern. Weil Reus mit feinem Zuspiel Haaland bedient und der erneut kalt wie Hundeschnauze vollendet, ist das 3:1 der verdiente Lohn (43.). Selbst Trainer Edin Terzic, der ja nach dieser Saison Platz machen muss für Marco Rose und als dessen Assistent ins zweite Glied zurückkehrt, ballt ungläubig die Fäuste.

Das ist noch nicht das Ende des Spektakels, weil die Spanier wütend anrennen. Zunächst hat der BVB Glück, dass ein Freistoß von Oscar Rodriguez an den Pfosten kracht (74.), dann ist Luuk de Jong zum 2:3 da (84.). Das tut weh und es bleibt eng. Trotzdem steht beim Rückspiel am 9. März die Tür ganz weit offen für den Einzug ins Viertelfinale.