DFL-Geschäftsführer Christian Seifert dpa

Der deutsche Fußball steckt in einer Krise. Nicht weil vielleicht Milliarden Euro wegen des Coronavirus verloren gehen. Nein, die DFL und der DFB stellen sich gedanklich bis jetzt nicht der Pandemie-Realität. Von den Profis auf dem Rasen wird immer verlangt, dass sie handlungsschnell den nächsten Pass spielen.

Jetzt zeigt sich: Die obersten Fußballbosse bewegen sich im Kopf im Schneckentempo und können bei der Geschwindigkeit der Ereignisse nicht mithalten. Bei vielen scheint noch immer nicht angekommen zu sein, dass die Welt eine ernsthafte Krise hat, der Mikrokosmos Fußball nur noch ein minimales Problem ist.

Freitag die Peinlichkeit mit der viel zu späten Absage des Spieltags. Am heutigen Montag will die DFL nun in Frankfurt beraten. Noch immer steht eine Bundesliga-Unterbrechung nur bis zum 2. April im Raum. Man muss wirklich keine Krisensitzung abwarten, um diesen Termin schon vorher zu ändern?

Denn es gibt Gesetze in diesem Land. In Berlin sind sämtliche Veranstaltungen mit über 50 Personen vorerst bis zum 19. April verboten. Andere Bundesländer werden diese Verordnung des Infektionsschutzgesetzes auch umsetzen.

Und nur mal so: Der berühmte Techno-Club Berghain hat schon vor dem Senatsbeschluss freiwillig alle Veranstaltungen bis zum 20. April abgesagt.  Andere Clubs in der Hauptstadt folgten sofort, obwohl ihre Existenz damit auf dem Spiel steht. Das nennt man solidarisches Verantwortungsbewusstsein mit Vorbildcharakter. DFL-Bosse, ihr könnt vom Berghain noch viel lernen.