Isabell Werth (52) und ihr Pferd Bella Rose 2 dürfen sich zusammen mit der Dressur-Equipe über die Goldmedaille in Tokio freuen.  Imago

Hipp, hipp - hurra! Deutschland kommt auf Touren, befindet sich am Dienstag nach dem Olympia-Sieg von Kanutin Ricarda Funk bei den Sommerspielen in Tokio im Goldrausch. Denn auf die deutsche Dressur-Equipe war mal wieder Verlass. 

Isabell Werth strahlte bereits, bevor das Ergebnis offiziell war. Die 52 Jahre alte Rekordreiterin feierte am Dienstag in Tokio mit dem deutschen Dressur-Dreamteam erneut olympisches Gold. Gemeinsam mit Dorothee Schneider aus Framersheim und Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen siegte die Rheinbergerin überlegen und sammelte bereits ihre siebte goldene Medaille bei Olympischen Spielen ein. Mit 8178 Pukten fiel der Sieg vor dem US-Trio (7747) und vor Großbritannien (7723) überaus deutlich aus. „Einfach geil“, schärmte die deutsche Schlussreiterin von Bredow-Werndl.

Super-Pferde, Super-Reiter

„Das war ganz, ganz großer Sport heute“, schwärmte Pferdesport-Equipechef Dennis Peiler. „Alle drei waren in überragender Form, einfach absolute Weltklasse.“ Peiler sagte aber auch: „Man darf nicht vergessen, welcher Druck auf ihnen lastete. Die Erwartungshaltung ist ja in der Dressur enorm.“ Alles andere als Platz eins wäre in der Tat eine Enttäuschung gewesen.

Auch Schneider schwärmte: „Wir sind ein Super-Team!“ Sie lobte zudem: „Super-Pferde, Super-Reiter!“ Die ebenfalls 52 Jahre alte Start-Reiterin, die wegen eines Sturzes Olympia beinahe verpasst hätte, zeigte nach einem kleinen Fehler in der Qualifikation im Grand Prix Special einen starken Auftritt. Mit Showtime gelang ihr ein fast fehlerfreier Ritt und die Führung für ihr Team.

„Ich bin begeistert“, kommentierte die erste Reiterin des deutschen Trios. „Ich habe viel riskiert“, gab sie zu. „Ich hatte auch einen Fehler, aber nicht so einen teuren wie im Grand Prix.“ Ihren Wallach Showtime lobte sie: „Der wollte gehen, der wollte sich für mich engagieren, der wollte tanzen. Es hat heute Spaß gemacht mit diesem besonderen, wirklich besonderen Pferd.“

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Ein noch besseres Ergebnis als Schneider gelang Werth mit ihrer Stute Bella Rose. „Ich bin total happy über Bella, sie hat eine fantastische Leistung gezeigt“, kommentierte die erfolgreichste Reiterin der Welt. Die Bewertung der Richter ärgerte sie und fand sie nicht ausreichend. „Aber warum sollte ich mich ärgern?“

Vielmehr freute Werth sich über den Auftritt ihres Pferdes, mit dem sie gemeinsam mit Schneider auf Showtime und von Bredow-Werndl auf Dalera schon vor drei Jahren in den USA zum Gold-Team gehört hatte. „Sie war unglaublich relaxed“, schwärmte Werth über die Stute. „Es fühlte sich einfach toll an – und das ist das Allerwichtigste.“

Weitere Medaillen winken am Mittwoch

dpa
Isabell Werth und das Pferd Bella Rose 2 bilden ein starkes Team. 

Schneider und Werth konnten später zuschauen, wie von Bredow-Werndl als dritte Reiterin den Sieg perfekt machte. Die 35-Jährige aus dem bayerischen Tuntenhausen behielt die Nerven. Sicher lenkte die letzte Starterin des Felds ihre Stute durch das Viereck und ließ die Kolleginnen strahlen.

Das deutsche Team wurde nach dem deutlichen Sieg in der Qualifikation am Wochenende den hohen Erwartungen vollends gerecht. Zugleich unterstrich das Trio die deutsche Dominanz in dieser Disziplin. Es war das 14. Team-Gold für Deutschland bei Olympischen Spielen.

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Am Mittwoch winkt den deutschen Reiterinnen weiteres Edelmetall. Auch im Kür-Einzel werden sie zu den Top-Favoritinnen gezählt. „Wir werden sehen, was passiert“, sagte Werth, die ihr achtes Gold gewinnen kann. Sie würde damit im deutschen Medaillen-Ranking auf Platz eins vorrücken, neben die Kanutin Birgit Fischer, die acht Gold- und vier Silbermedaillen in ihrer Statistik hat.

„Wir werden versuchen, das Beste zu reiten, was wir können“, sagte Werth. „Dann fighten wir.“ Kämpferisch drückte auch Schneider ihre Ambitionen im Einzel aus. „Ich gebe auf jeden Fall Gas“, kündigte die Reiterin aus Framersheim an. Showtime „ist motiviert und hat Kraft. Ich werde nochmal angreifen.“

Bei der bisher letzten Großveranstaltung holte sich Schneider EM-Silber in der Kür, ganz knapp hinter Werth. Ganz vorne wird am Mittwoch aber auch von Bredow-Werndl erwartet, die Werth zuletzt bei den deutschen Meisterschaften in der Kür besiegt hatte.

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