Joachim Streich, DDR-Rekordnationalspieler, starb am Sonnabend im Alter von nur 71 Jahren. dpa/Wolfgang Kluge

Der Fußball-Osten trauert um seinen besten Stürmer. Joachim Streich ist in der Nacht zu Sonnabend und kurz nach seinem 71. Geburtstag gestorben, wie seine Ehefrau Marita bestätigte. Es ist der zweite große Verlust für den Ost-Fußball binnen weniger Monate, nachdem Hans-Jürgen Dörner im Januar verstarb. Streich gehörte zu den besten Ost-Fußballern aller Zeiten, seine Rekorde werden für immer Bestand haben. Doch seinen schweren Kampf gegen Blutarmut hat er nun verloren. Dabei keimte zuletzt bei ihm und seiner Familie noch Hoffnung auf, doch eine geplante Stammzelltransplantation musste Streich wegen einer Lungenentzündung kurzfristig absagen.

Joachim Streich war schwer erkrankt

„Wir hatten bis zuletzt gehofft. Er war lange Zeit schwer krank. In den vergangenen Wochen ging es bergauf und bergab“, sagte Marita Streich. Der 102-malige Auswahlspieler der DDR litt an einem Myelodysplastischem Syndrom, das im schlimmsten Fall zu Blutkrebs führen kann. Streich war in den vergangenen Wochen wegen Blutarmut im fortgeschrittenen Stadium in Behandlung.

„Alles war vorbereitet, ich war schon auf Station“, berichtete Streich. „Doch dann kam eine Lungenentzündung dazwischen. Ich musste wieder entlassen werden. Das waren sehr schlimme Tage für mich“, meinte Streich zuletzt.

Erst im November war der einstige Weltklasse-Stürmer in die Hall of Fame des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund aufgenommen worden. Streich traf in seinen 102 Spielen im DDR-Trikot 55 Mal. Hinzu kommen 229 Tore in 378 Spielen der Oberliga – Rekorde für die Ewigkeit.

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DDR-Stürmer Joachim Streich bei den Olympischen Spielen 1972 in München

1967 wechselte er als 16-Jähriger von seinem Jugendverein Aufbau Wismar zum FC Hansa Rostock. Seine erfolgreichste Zeit erlebte Streich beim 1. FC Magdeburg von 1975 bis 1985. „Strich“, wie er damals genannt wurde, wurde vier Mal Torschützenkönig der DDR-Oberliga und mit dem FCM drei Mal FDGB-Pokalsieger. Wegen seiner Schlitzohrigkeit wurde Streich oft als „Gerd Müller des Ostens“ bezeichnet und mit dem Weltmeister von 1974 verglichen.

Magdeburg und Rostock trauern um Streich

„Wir sind fassungslos und trauern um unsere Vereinslegende Joachim Streich, der heute im Alter von 71 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist. Achim, Ruhe in Frieden!“, twitterte der FCM.

Der FC Hansa schrieb: „Bei seinen Mitmenschen war Joachim Streich nicht nur wegen seiner hervorragenden fußballerischen Fähigkeiten, sondern auch wegen seiner Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit hochgeachtet. Für seine offene und direkte Art wird er für immer in Erinnerung bleiben – und seine Rekorde für die Ewigkeit stets ein Teil der Geschichtsbücher des deutschen Fußballs sein.“ Rostock wird am Sonntag gegen Jahn Regensburg vor Anpfiff eine Schweigeminute einlegen und mit Trauerflor auflaufen.

Joachim Streich gewann für die DDR Olympia-Bronze

Streich war der Mann, der aufgrund seines Torriechers in der DDR-Oberliga am meisten gefürchtet war. Dreimal wurde er Pokalsieger, zweimal Fußballer des Jahres und holte viermal die Torjäger-Krone.

Mit der DDR-Auswahl gewann Streich außerdem Olympia-Bronze 1972, den Olympiasieg 1976 in Montreal verpasste er aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs. Nun verstarb Joachim Streich kurz nach seinem 71. Geburtstag.

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