Lance Stroll hat seinen Aston Martin geschrottet, nimmt damit auch Sebastian Vettel die Chance auf einen besseren Startplatz. Foto: dpa/James Gasperotti

Charles Leclerc (23) war der Schnellste im Crash-Festival am Kaspischen Meer. Beim von mehreren Unfällen überschatteten Qualifying zum Aserbaidschan-GP am Sonntag (14 Uhr) setzte sich der Ferrari-Pilot vor Lewis Hamilton (36, Mercedes) und Max Verstappen (23, Red Bull) durch.

Dabei profitierte Leclerc wie schon bei seinem eigenen Unfall in Monaco von einem Crash, der die Quali vorzeitig beendete. Diesmal verunglückte Alpha-Tauri-Japaner Yuki Tsunoda (21), hinter dem auch Carlos Sainz (26) seinen Ferrari in die Bande setzte.

Hamilton im Glück

Crash, Boom, Bang in Baku! Der WM-Führende Verstappen (vier Punkte vor Hamilton) war stinksauer, dass er trotz des im Training viel langsameren Mercedes’ hinter dem Weltmeister startet. „Eine blöde Situation, wie es gelaufen ist. Das kann auf einem Straßenkurs wie hier zwar passieren. Ich wäre gerne weiter vorne gestartet“, schimpfte „Mad Max“.

Doch er will Hamilton natürlich schon am Start angreifen: „Unser Auto ist stark hier und es gibt genug Stellen, um zu attackieren.“

Hamilton war wieder mal vom Glück geküsst: „Das ist ein monumentales Ergebnis für uns nach den schwierigen Trainings. Jetzt hoffe ich, dass ich im Renntrimm mit den anderen Jungs mithalten kann.“

Vettel muss leiden

Leidtragender der Crash-Orgie war auch Sebastian Vettel (33). Nach den Trainingsunfällen von Leclerc und Verstappen setzten zu Beginn des Qualifyings auch Vettels Aston-Martin-Kollege Lance Stroll (22) und Alfa-Italiener Antonio Giovinazzi (27) ihre Autos in die Mauer.

Und im 2. Quali-Drittel krachte Daniel Ricciardo (31) im McLaren in die Barriere. Dadurch konnte Vettel keine schnelle Runde mehr fahren und strandete auf dem undankbaren elften Platz – nur drei Hundertstel fehlten auf Fernando Alonso (39, Alpine) und die Top Ten.

Mick ist zufrieden

„Oh no, come on!“, schimpfte Vettel, als er vom knappen Rückstand hörte. Seine besten Sektorenzeiten addiert hätten ihn auf Rang sieben gebracht. „Bitter, aber das gehört auf dieser Strecke dazu. Das zeigt, dass jeder Schuss sitzen muss“, sagte Vettel später. Und hofft auf eine Aufholjagd: „Dass ich auf Startplatz elf jetzt freie Reifenwahl habe, kann ein Vorteil sein.“

Mick Schumacher (22) startet vor Stroll, Giovinazzi und Haas-Teamkollege Nikita Mazepin (22) von Platz 17. „Es war natürlich ziemlich kompliziert mit den roten Flaggen, aber ich denke, wir haben das Beste aus dem Paket rausgeholt“, sagte Mick, der heute nicht nur den Williams von Nicholas Latifi (25) angreifen will: „Ich hoffe, dass es ein crazy Rennen wird. Dann kann es sein, dass wir ein paar Punkte mitnehmen.“