Bundestrainer Alfred Gislason zeigt Paul Drux bei der EM schon mal, wo das Tor steht ... imago/camera4+

Ein Szenario, das den deutschen Handball-Cracks erspart blieb. Wäre es zu diesem kuriosen Debüt gekommen, es hätte den personellen Notstand des Teams von Alfred Gislason endgültig verdeutlicht. Wäre auch der nachnominierte Oldie Jogi Bitter (39) als einzig verbliebener Torwart im finalen Vorrundenspiel gegen Polen (30:23) verletzungsbedingt ausgefallen, hätte ein Feldspieler ins Tor gemusst. Und da kommt dann ein Fuchs ins Spiel: Paul Drux!

„Ich habe mich in der Halbzeit sogar schon warm gemacht. Ich weiß nicht, warum Alfred dann nicht auch mal gewechselt hat“, scherzte Rückraum-Dampframme Paul Drux am Mittwochmorgen in Bratislava. „Man kann froh sein, dass ich nicht ins Tor gehen musste.“

Nur Drux meldet sich bei Gislason

Denn Bitter, direkt aus dem Baby-Urlaub angereist, hielt 60 Minuten lang durch und zeigte eine starke Leistung. Wie Drux war auch der Routinier erst wenige Stunden vor dem Anpfiff in Bratislava eingetroffen. Nach einem heftigen Corona-Ausbruch im deutschen Team – neun Akteure mussten passen – hatte Bundestrainer Gislason mit mehreren Nachnominierungen reagiert.

Trotzdem stand gegen die Polen letztlich nur noch Bitter als Keeper zur Verfügung. „Und Paul war der einzige, der sich gemeldet hat, der sich das zugetraut hätte, falls Jogi etwas passiert“, erzählte der Isländer.

Drux stünde auch gegen Spanien parat

Bleibt zu hoffen, dass der Ernstfall nicht doch noch eintritt, wenn es an diesem Donnerstag gegen den WM-Vierten und Titelverteidiger Spanien geht (18 Uhr, ARD) und der 26-Jährige dann sein Tor-Debüt geben muss.

Die Lust auf den Hauptrundenstart ist nach dem imponierenden Auftritt gegen Polen aber deutlich spürbar im DHB-Team, auch wenn man um die Schwere der Aufgabe gegen den amtierenden Europameister Spanien weiß. Aber die Sorgen vor neuen Infektionen sind auf den Fluren des Teamhotels in Bratislava allgegenwärtig.

„Wir sehen an uns und auch an anderen Teams, dass Corona auf jeden Fall ein Faktor ist. Teams ohne Fälle haben bessere Chancen, das ist definitiv die Wahrheit“, sagte Paul Drux. Während von den 17 deutschen Spielern, die in der vergangenen Woche in die Slowakei gereist waren, sich mehr als die Hälfte infizierte, hat der Titelverteidiger bislang keinerlei Fälle vermeldet.

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