Sebastian Vettel macht gerade nicht die leichteste Phase seiner Karriere durch. Foto: dpa/André Penner

Das Pech bleibt Sebastian Vettel (34) treu. Wie befürchtet, kann der corona-infizierte Aston-Martin-Star auch im 2. WM-Lauf in Saudi-Arabien (Sonntag, 19 Uhr, Sky) nicht fahren und wird wie in Bahrain durch Nico Hülkenberg (34) ersetzt. Der Formel-1-Feuerwehrmann aus Emmerich wird zum Dauer-Retter und sieht sich noch 2054 fahren – auf dem Mond!

Typischer „Hülk“-Humor vor seinem fünften Rettungseinsatz für das Team aus Silverstone. Auf Instagram postete er ein Foto, das ihn 30 Jahre älter mit grauen Haaren zeigt. Darunter schrieb er: „Nico Hülkenberg ersetzt Emmo Fittipaldi jr. beim Mond-Grand-Prix 2054.“ Mit einem Smiley freut er sich über sein „Leben als Super-Ersatzmann. Ein neues Wochenende, ein neuer Start.“

Neue Chance für Nico Hülkenberg

Das zweite Rennen in einer Woche wird für dem Emmericher hoffentlich besser laufen. Nachdem er Stammpilot Lance Stroll (23) im Qualifying geschlagen hatte, verbremste er sich beim Angriff auf Mick Schumacher (23) und strandete am Ende auf Rang 17.

Stroll wurde noch durch ein Safety-Car und die Defekte des Red-Bull-Duos Max Verstappen (24) und Sergio Perez (32) auf Platz zwölf vorgespült, was für den fehlenden Speed der „Grünen Gurke“ AMR22 schmeichelhaft war. „Uns fehlt einfach ein bisschen was an Performance“, kritisierte Hülkenberg. „Da gibt es einfach ein paar Baustellen, die angegangen werden müssen.“

Teamchef erwartet Vettel zurück

Ob auch das zweite Cockpit zur Dauer-Baustelle wird, wie es Experten angesichts der Vettel-Erkrankung und möglicherweise sinkender Motivation bereits befürchten, bleibt spannend. „Wir erwarten Sebastian Vettel beim Grand Prix von Australien am 10. April zurück“, ließ Aston-Martin-Teamchef Nike Krack (50) mitteilen.

Hülkenberg bekam von ihm ein Sonderlob: „Obwohl er noch nicht viele Kilometer im AMR22 gefahren ist, hat sich Nico in Bahrain gut geschlagen, und wir erwarten, dass er das auch in Jeddah tun wird."

Christian Danner macht sich Sorgen

Aber ist ein vorzeitiger Vettel-Rücktritt trotz laufenden Vertrages überhaupt denkbar? Ex-Formel-1-Fahrer Christian Danner (63) sagt:  „Als Mann, der an einem Punkt angelangt ist, wo sich seine Karriere dem Ende zuneigt, muss sich Vettel schon die Frage gefallen lassen, ob das alles noch Sinn macht.“

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Der RTL-Experte wünscht Vettel in erster Linie eine schnelle Genesung und die baldige Rückkehr ins Auto. Dennoch merkt er an:
Danner merkt jedoch an: „Da gibt es einige Parameter, die er sich bei seiner Entscheidung für Aston Martin anders vorgestellt hat.“

Sebastian Vettel von Lage enttäuscht

Was er meint: „Er hat sicher gedacht, dass er mit dem Team, das früher aus bescheidenen Mitteln viel gemacht hat, nun mit Mercedes-Unterstützung und dem vielen Geld von Lawrence Stroll weiter vorne angreifen kann. Und dann sitzt du mit Corona zu Hause bei der Familie und siehst, wo dein Auto landet und fragst dich, ob du darauf in deiner Lebenssituation noch Lust hast.“

Macht Vettel nach 279 Rennen, 53 Siegen und vier Titeln wirklich Schluss mit dem Sport, den er seit Kindertagen liebt?

„Sebastian Vettel zieht das Ding durch“

Danner legt sich fest: „Ich glaube, dass sich Vettel das schon vor der Saison gefragt hat, ob er mit Aston Martin überhaupt noch mal siegen kann und das Ding jetzt durchzieht. Ich denke, wir werden ihn in Melbourne wieder am Lenkrad sehen.“