Die Bundesliga ist mitten in der Krise. imago-images

Stillstand in der Bundesliga wegen Corona. Nichts geht mehr! Nur noch das Prinzip Hoffnung ist da. Vielleicht bleibt es nur bei einer Unterbrechung und es kann weitergespielt werden. Die Antwort darauf gibt aber kein Fußballfunktionär, sondern allein nur der Verlauf der Pandemie in den nächsten Wochen. Doch vieles deutet daraufhin, dass die Saison abgebrochen werden muss.   Corona wird dann zum Schwarzen Loch, dass rund 770 Millionen Euro bei den Profi-Klubs verschlingt.

Der Fußball bleibt genauso wenig verschont wie die weltweite Wirtschaft. Es ist ungefähr eine dreiviertel Milliarde Euro, die   für die 36 Profivereine auf dem Spiel steht. Es gibt zum Beispiel keine abgeschlossene Versicherung für entgangene TV-Einnahmen.

Allein durch den Wegfall der TV-Gelder für die letzten neun Spieltage fehlen der DFL 370 Millionen Euro, die an die 36 Klubs (inklusive 2. Liga) eigentlich weitergeleitet werden.

Dazu kommen Sponsorengelder, die plötzlich fehlen, und selbstverständlich auch Zuschauereinnahmen. Das macht noch mal 400 Millionen Euro Verlust. Die Klubs zittern schon, wollen den Super-GAU – vorzeitiges Saison-Aus – verhindern. „Es ist schon ein substanzieller Betrag. Wir sind auch ein Wirtschaftsunternehmen. Wir sind ein Fußballverein, aber natürlich auch ein Wirtschaftsfaktor. Von daher ist es natürlich auch ein Punkt, der bitter ist in der Bundesliga, aber jetzt gilt es wirklich erst mal Ruhe zu bewahren“, so Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle.

Verschiebung der EM?

Bei der morgigen Mitgliederversammlung der DFL in Frankfurt werden alle Szenarien genau durchgespielt. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spricht jetzt schon von der „größten Krise“ des deutschen Profi-Fußballs. „Es steht zu hoffen, dass die Klubs in den vergangenen Jahren so viel Substanz gebildet haben, dass alle diese Krise überstehen“, so Watzke.

Kollektiv wird sich der deutsche Profi-Fußball für eine Verschiebung der EM ins Jahr 2021 aussprechen, über die die Uefa am Dienstag entscheidet. Nur so kann die Bundesliga-Saison vielleicht noch zu retten sein. Aber dann müsste die Pandemie abgeebbt sein.

Realistischer ist eher, dass sich die Klubs auf einen drastischen Sparkurs einstellen müssen. Und das heißt auch, dass die Profis bereit sein müssen, auf Gehalt zu verzichten. Es wird eine harte Bewährungsprobe, doch die haben alle Menschen weltweit gerade zu bestehen. Corona macht da keinen Unterschied.