Bremens Fin Bartels hockt nach dem Abpfiff niedergeschlagen auf dem Rasen. Das 1:3 in Mainz ist fast schon die Entscheidung. Muss Werder nach 40 Jahren zurück in die Zweite Liga? Foto: imago images/Eibner

So sehr die Eisernen in Sinsheim mit 0:4 auch unter die Räder gekommen sind, zum Showdown am letzten Spieltag können sie zum Zünglein an der Waage werden. Denn nach dem 1:3 (0:2) in Mainz ist Bremen als Fast-Absteiger nach Paderborn ziemlich am Boden. Die einzige Hoffnung des Vorletzten liegt in der Alten Försterei. Weil Düsseldorf es beim 1:1 (1:1) gegen Augsburg verpasst hat, sich auf dem Relegationsplatz festzubeißen, schaut alles auch zum 1. FC Union. Andersherum: Um noch eine Mini-Chance zu haben, braucht Werder ganz viel Fortuna.

Gerettet ist noch keiner von beiden, weder Fortuna und schon gar nicht Werder. Es geht allein darum, die Relegation zu packen, den Strohhalm gegen den Zweitliga-Dritten. Nur ist das ja auch kein Blankoscheck für die Rettung. Alles andere unten ist passiert: Die Mainzer bleiben drin, gehen in ihre zwölfte Saison am Stück; die Augsburger auch, sie stehen vor ihrem zehnten Spieljahr ganz oben. Die 05er haben es deshalb geschafft, weil sie nach dem Doppelschlag von Robin Quaison (25.) und Jean-Paul Boetius (30.) Werders 1:2-Anschluss durch Yuya Osako (59.) wegstecken und durch Edimilson Fernandes (3:1, 85.) den Sack zubinden. Der FCA deswegen, weil Fortuna nach dem Rückstand (Florian Niederlechner/10.) durch Rouwen Hennings nur das 1:1 schafft (26.).

Was spricht für Werder, was für Fortuna?

Für die Bremer spricht kaum etwas. Sie brauchen im Heimspiel gegen Köln einen Sieg, egal wie. In der eigenen Hand haben sie es sowieso nicht mehr. Nur: Werder und Spiele im Weserstadion – das ist, als wolle man in der Wüste Kahn fahren. Eine größere Hass-Liebe gibt es in dieser Saison nicht. Von bisher 16 Heimspielen haben die Bremer gerade eines – wirklich: eines! – gewonnen, am 1. September vorigen Jahres mit 3:2 gegen Augsburg. Danach haben sie dort drei Pünktchen geholt und fünf – ehrlich: fünf! – Tore erzielt.

Das riecht ganz nach dem zweiten Abstieg nach 1980. Unter diesen Vorzeichen glauben an eine Rettung wohl nicht einmal die vier Stadtmusikanten. Trotzdem sagt Kapitän Niklas Moisander: „Wir glauben noch immer dran.“ Trainer Florian Kohfeldt hat „viel, viel Leere im Kopf. Das tut mir sehr weh für den ganzen Verein.“

Die Düsseldorfer besitzen mit zwei Punkten Vorsprung und einem Vier-Tore-Plus die deutlich besseren Karten. Sie haben zudem den nicht ganz so enormen Druck. Ein Punkt in der Alten Försterei wäre nahezu die halbe Miete. Nur: Auch die Eisernen haben etwas gutzumachen. Deshalb hat Kohfeldt diesen Traum: „Natürlich müssen wir in erster Linie gewinnen. Dann aber hoffen wir auch auf den 1. FC Union …“