Bei der Boxgala boxte nach dem eigentlichen Kampf ein Teil der Zuschauer weiter. imago/Torsten Helmke

Zuschauerausschreitungen haben in der Nacht zum Sonntag den WBA-Schwergewichts-Boxkampf um den Inter-Kontinental-Titel zwischen Agit Kabayel und dem Amerikaner Kevin Johnson in Magdeburg überschattet. Nach Kabayels einstimmigen Punktsieg gab es nahezu grundlos zwischen etwa 50 Personen aus dem Anhängerkreis des Siegers eine Schlägerei, Stühle flogen. Die Polizei in Magdeburg sprach am Sonntag von erhöhtem Kräfteeinsatz bei der Personenermittlung und stellte Strafanzeigen wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung. Mehrere Menschen, darunter auch Mitarbeiter des Ordnungsdienstes, wurden leicht verletzt.

„Wir hatten 1000 Zuschauer hier, von denen etwa 950 Boxen schauen wollten. Sowas hat bei uns, im Sport generell, nichts zu suchen“, sagte SES-Promoter Ulf Steinforth, der zum 150. Mal einen Kampfabend ausrichtete und mit einem ausgeklügelten Sicherheits- und Hygienekonzept im Zuge des Magdeburger Modellprojekts 1000 Zuschauer auf die Seebühne gebracht hatte.

Er kündigte an, künftig noch genauer hinzusehen, wer da kommt. Bereits am 17. Juli soll es den nächsten Kampfabend in Magdeburg geben.

Kabayel, der auch seinen 21. Profi-Kampf erfolgreich beendete und nun auf einen WM-Kampf hofft, versuchte mit dem Mikrofon in der Hand seine Anhänger zu beruhigen und erwog kurzzeitig, selbst dazwischenzugehen. „Ich kann mich nicht richtig über den Sieg freuen. Solche Leute machen den Boxsport kaputt“, sagte der Bochumer aus dem Magdeburger SES-Boxstall.