Ferrari bereitet Lewis Hamilton ein paar Kopfschmerzen. Aber die Frage steht: Hat Mercedes schon alle Trümpfe aufgedeckt? Foto: AFP/Giuseppe Cacace

Die Formel 1 sieht wieder Rot! Beim Abschlusstest in Bahrain für die am 20. März hier beginnende Saison machte der neue Ferrari F1-75 den stärksten Eindruck – von den Zeiten, aber auch den Rennsimulationen her. Das wäre Balsam auf die geschundenen Seelen der Tifosi, ausgerechnet zum 75-jährigen Firmenjubiläum der Marke mit dem springenden Pferd den ersten Titel seit 2007 (Kimi Räikkönen) zu gewinnen.

Natürlich sind die Zeiten aufgrund der unterschiedlichen Benzinmengen mit Vorsicht zu genießen. Doch für den entthronten Weltmeister Lewis Hamilton (37) sind Charles Leclerc (24) und Carlos Sainz (27) die Favoriten für den WM-Start: „Nach dem, was ich sehen kann: Ferrari würde wahrscheinlich einen Doppelsieg erzielen.“

Viel Lob für Ferrari

Sein Mercedes-Kollege George Russell (24) pflichtet bei: „Ferrari scheint im Moment insgesamt am stärksten zu sein.“ Und auch Red-Bull-Weltmeister Max Verstappen (24) ist überzeugt: „Die sehen richtig stark aus. Ich hoffe, dass wir mit ihnen mithalten können, dass wir nahe an ihnen dran sein werden.“

Hat Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (52) nach den vielen Roten Gurken der Ära von Sebastian Vettel (34) jetzt endlich eine Rote Göttin gebaut? Kann sie die seit 2014 andauernde Dominanz von Konstrukteursweltmeister Mercedes brechen?

Zweifel an Mercedes-Auftritt

Binotto traut dem Braten nicht und sagt mit Blick auf die GPS-Daten, es sei „sonnenklar“, dass Mercedes noch nicht mit voller Power gefahren sei. Auch Sainz unterstellt einen Bluff: „Typisch Mercedes und George. Zuerst reden sie die anderen stark. Dann kommen sie zum ersten Rennen und verblasen uns alle. Wenn es das erste Jahr wäre, in dem sie so reden, würde ich ihnen vielleicht glauben.“

Das glaubt auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner (48): „Ich bin der festen Überzeugung, dass Mercedes noch nicht alles gezeigt hat.“ Der hatte den fast völlig auf Seitenkästen verzichtenden und mit einem Spiegel-Flügel verblüffenden Mercedes W13 beim ersten Anblick noch als „illegal“ bezeichnet, ruderte aber später zurück: „Die Seitenkästen sind extrem. Aber aus unserer Sicht erfüllt diese Lösung alle Kriterien.“

Lewis Hamilton widerspricht

Angesprochen auf die Bluff-Vorwürfe sagt Hamilton: „Nein, wir wären richtig gut aufgestellt, wenn wir beim Testen eine schlechte Leistung simulieren könnten. Und das ist nicht der Fall.“ Sollte er im ersten Auto der neuen Ära nicht in der Lage sein, seinen Titel von Verstappen zurückzuerobern: Wie lange würde er wohl fahren ..?

Karriere wie Tom Brady?

Auf die Frage, ob er wie NFL-Legende Tom Brady (44) auch noch mit 40 Jahren seinen Sport ausüben wolle, sagte Hamilton: „Über diese Zahl habe ich noch gar nicht nachgedacht, obwohl ich ja schon 37 bin. Nein, ich möchte jetzt erst mal diese neue Ära mit den neuen Autos bestreiten und hoffe dann, dass das Leben noch andere schöne Dinge für mich bereit hält.“

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