Lisa Unruh gewann in Rio de Janeiro die Silbermedaille. Imago/Xinhua

Kienbaum mag geografisch nur ein winziger Flecken Erde jenseits der östlichen Stadtgrenze von Berlin sein. Aber für die Spitzensportler aus der Region ist der Ortsteil der Gemeinde Grünheide von enormer Bedeutung. Denn Kienbaum ist das Nadelöhr in Richtung Tokio. Wer bei den Olympischen Spielen in Japan abräumen will, kommt hierher, um sich im Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum den letzten Schliff zu holen.

Lisa Unruh: „Wir können viel erreichen“

In Kooperation mit dem Bundesleistungszentrum stellt der KURIER Olympioniken der Region vor, die in Tokio Großes vorhaben. Und nach der Silbermedaille in Rio de Janeiro gehört Bogenschützin Lisa Unruh natürlich zu den aussichtsreichsten Berliner Medaillenkandidaten. Trotz der schwierigen Umstände versucht die 33-Jährige, nicht zu viele Gedanken an die Pandemie und ein mögliches Infektionsrisiko in Japan zu verschwenden. „Ich bin konzentriert auf meinem sportlichen Weg, da gibt es noch viel zu verbessern“, sagt sie.

Dass die Spiele von 2020 in dieses Jahr verschoben wurden, könnte sich für Unruh gar als Glücksfall herausstellen. Vor 1,5 Jahren wurde sie an der Schulter operiert. „So hatte ich Zeit, mich zu heilen“, erzählt sie, „so habe ich überhaupt wieder eine Chance, an den Olympischen Spielen teilzunehmen.“

Zunächst mal geht es nun darum, sich überhaupt gegen die Konkurrentinnen durchzusetzen. Sechs Frauen bewerben sich um drei Quotenplätze. Ist diese Hürde geschafft, rechnet sich die Berlinerin aber durchaus Chancen auf einen erneuten Coup aus. „Wenn wir alle unseren Fokus behalten und unser Ding machen, dann können wir viel erreichen.“