Weltmeister Lewis Hamilton parkt seinen Mercedes im Kiesbett von Bahrain. Foto: dpa/Hasan Bratic

Sand im Getriebe bei Sebastian Vettel (33), Kiesbett-Ausflug von Lewis Hamilton (36). Beim Formel-1-Test in Bahrain häuften sich die Probleme für die beiden Mehrfach-Weltmeister. Dafür konnte Neuling Mick Schumacher (21) nach dem Pannen-Start seines Haas-Ferrari VF-21 am zweiten Testtag endlich viele Runden abspulen.

Macht Mercedes jetzt etwa einen auf Ferrari? Nachdem die Scuderia am Vortag den Hydraulikdefekt und Getriebewechsel an Micks Haas zu beklagen hatte, legte gestern das Mercedes-Getriebe Vettels Aston Martin AMR21 lahm. Sein neuer Bond-Wagen stand die meiste Zeit in der Garage, nach 51 Runden am Vortag konnte Vettel gerade mal 50 km fahren.

Vettel-Boss unkt rum

„Das war leider kein produktiver Morgen. Ich hätte gerne mehr Zeit auf der Strecke gehabt und mehr Daten“, haderte Vettel, der bei seinen sechs Runden auch Probleme mit der Balance hatte. „Man braucht mehr als anderthalb Tage, um seinen Rhythmus zu finden.“

Teamchef Otmar Szafnauer (56) entschuldigte sich beim neuen Hoffnungsträger. „Leider hatten wir das Problem mit dem Getriebe“, sagte er und befürchtete, dass Vettel aufgrund fehlender Fahrzeit im neuen Auto mit einem Nachteil in die Saison (28. März) gehen wird: „Es wird einen Einfluss auf Seb haben.“

Vettels Teamkollege Lance Stroll (22) hatte am Nachmittag dann zumindest keine Technikprobleme, kam aber zunächst nicht an seine viertschnellste Zeit vom Vortag heran.

Alonso hat noch Biss

Zu den Schnellsten gehörten erneut Lando Norris (21) und Daniel Ricciardo (31) im McLaren-Mercedes und der von Sergio Perez (31) gesteuerte Red-Bull-Honda. Auch Rückkehrer Fernando Alonso (39) zeigte im Alpine A521, dass er trotz zwei Jahren Formel-1-Pause und seines Rennrad-Sturzes nebst Oberkieferbruch noch den richtigen Biss hat.

Am liebsten in den Tisch gebissen hätte Mercedes-Teamchef Toto Wolff (49), denn nach dem Getriebewechsel vom Vortag rutschte Hamilton im W12 über die Piste und dann sogar ins Kiesbett. Das Auto musste per Kran geborgen und die Session unterbrochen werden.

Mick Schumacher platzierte sich von den Zeiten her im Mittelfeld, bekam aber schon ein Lob von Formel-1-Chef Stefano Domenicali (55): „Es ist großartig, Mick in der Formel 1 zu sehen. Das zeigt, dass er das Level eines Formel-1-Fahrers aus eigener Kraft erreicht hat, nicht wegen seines Namens.“