Kult-Reporter Kai Ebel und Boxer Felix Sturm stimmen sich bereits auf den Kampf gegen Istvan Szili ein. Foto: Imago

„Westfalen-Halle“, wenn Box-Fans diesen Namen hören, schnalzen sie mit der Zunge und kommen ins Träumen. In kaum einer anderen Halle, wurde so viel Boxgeschichte geschrieben wie in der Dortmunder Arena. Jetzt schlägt Felix Sturm mit 43 Jahren ein neues Kapitel auf.

Schon kurz nach der Eröffnung kletterte Max Schmeling dort durch die Ringseile und bezwang den Belgier Fernand Delarge. 1944 brach im Zweiten Weltkrieg die Halle unter den Bomben-Teppichen zusammen. Nach dem Wiederaufbau lieferten zunächst die Berliner Gerhard Hecht und Gustav „Bubi“ Scholz ebenso wie der Skandalboxer Peter Müller, der 1952 den Ringrichter Max Pippow K.o. schlug, große Kämpfe. Nach der Wiedervereinigung „tanzten“ Henry Maske, Graciano Rocchigiani, die Klitschko-Brüder Vitali und Wladimir und Marco Huck durch den Ring.

Am Sonnabend folgt nun der Kampf im Supermittelgewicht (76,2 kg) zwischen Felix Sturm, der eigentlich Andnan Catic heißt, und dem Ungarn Istvan Szili (39). Sturm ließ in den vergangen Monaten keine Luft an sein Training heran. Nach Aussage seines Trainers Maurice Weber befindet sich Sturm in bestechender Form.

Axel Schulz glaubt an Felix Sturm

Der alte Haudegen und Boxpromoter Wilfried Sauerland sieht zwar in Szili „keine Gefahr für Sturm“, ist trotzdem konsequent gegen Comebacks. Das sieht Ex-Profi Axel Schulz anders. „Ich werde in der Halle sein und freue mich auf den Kampf.“ Arthur Abraham als einstiger Weltmeister im Supermittelgewicht ist Ehrengast.

Felix Sturm war einst Weltmeister der WBA im Mittelgewicht. Foto: Imago

Das Duell zwischen Sturm und Szili ist als WM-Ausscheidungskampf nach Version der nicht ganz so hochklassigen IBO angesetzt. „WM-Eliminator lässt immer einen spannenden Kampf über die volle Distanz von zwölf Runden erwarten“, sagt Axel Schulz und sieht Sturm auch fast fünf Jahre nach dessen letztem Kampf im Vorteil: „Szili aus Ungarn lebt in der Schweiz. Er hat schon gute Kämpfe abgeliefert, aber gegen Sturm gebe ich ihm kaum eine Chance.“

Axel Schulz: Viele Fans erhöhen Druck auf Felix Sturm

Doch Felix ist 43 Jahre alt … „Natürlich nimmt mit zunehmendem Alter die Spannkraft ab. Aber Felix hat gut trainiert. Außerdem ist er nicht der erste Profi, der auch im höheren Alter top Kämpfe bietet“, wirft Schulz ein.

Ein Problem sieht Axel eher im psychologischen Bereich: „Ein Hammer könne es für Felix sein, wenn er in die volle Halle kommt und die Massen sieht. Daran ist er auch zuletzt durch die Corona-Beschränkungen nicht mehr gewöhnt. Das könnte ein kleiner psychologischer Rucksack sein.“

Aber wie gesagt, könnte, muss aber nicht.

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