Er kann Mike Tyson verstehen: Deutschlands beliebtester Schwergewichtsboxer Axel Schulz. Foto: dpa/Bildfunk

Mike Tyson steigt noch mal in den Ring. Mit 54 Jahren. In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag zieht der Skandal-Boxer, der mal jüngster Schwergewichts-Weltmeister aller Zeiten war, die Handschuhe über, um im Staples Center von Los Angeles gegen Roy Jones Jr. (51) anzutreten. Der war Weltmeister in fünf Gewichtsklassen. Es ist ein Showkampf, geboxt wird acht Runden à zwei Minuten. K.-o.-Schlagen ist laut Regeln verboten. Was soll das werden? Der KURIER hat bei Ex-Schwergewichtsboxer Axel Schulz (52) nachgefragt.

KURIER: Was sagen Sie zu Tysons massiv durchtrainiertem Körper?

Axel Schulz: Ich finde es toll, dass er sich so in Schuss gebracht hat. Das sieht alles gut aus. Aber nachher muss man im Ring abliefern. Das sind zwei Paar Schuhe. Ich bin echt gespannt.

Show oder Unterhaltung?

Beides. In erster Linie ist es erst mal Unterhaltung. Dann ist es auch ein geiler Meilenstein, für das, was mal draus werden kann: dass man wirklich ’ne Art Veteranenboxen macht.

Beide waren Schwergewichtsweltmeister, beide sind älter und grauer geworden: Roy Jones Jr. (l.) und Mike Tyson duellieren sich am Wochenende im Ring. Foto: AFP/Randy Shropshire, Joe Scarnici

Wie Altherren-Fußball?

Altherren-Handball, Altherren-Fußball oder Masterschwimmen, so was gibt es ja. Warum soll es das nicht beim Boxen auch geben?

Und die Gesundheit?

Lass doch jeden seines machen, mein Gott. Wenn er sich damit wohlfühlt und auslebt, ist das halt so. Wir sind ja nicht für andere verantwortlich. Jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich.

Kommt für Sie Veteranenboxen infrage?

Im Moment nicht. Vielleicht denke ich in fünf Jahren anders. Ich finde es spannend.

Oft ist es ab 40 schon schwierig, beim Sportarzt die Boxlizenz zu bekommen. Nicht nur die Reflexe lassen nach ...

Ja, aber die sind doch beide fast gleich alt.

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Und das Distanzgefühl?

Du musst dich auf den Gegner einstellen. Vielleicht haben die schon mal Sparring zusammen gemacht, wer weiß? Im Boxen ist es so: Wenn der Gegner dich dann trifft, wird man schon sauer – auch wenn man vorher gesagt hat: Wir machen nur einen Showkampf.

Spricht das für Tyson, weil er extrem sauer werden kann?

Ja, der wird durchdrehen. Ich glaube, dass die ersten zwei, drei Runden ein Abtasten werden und er dann alles auf eine Karte setzt. Es wird auf jeden Fall spannend. Es ist jetzt nicht die Super-Weltmeisterschaft oder das sportliche Highlight des Jahres, aber es ist halt: Mike Tyson.