Hamburgs Fußball Idol Uwe Seeler war im Volkspark- Stadion omnipäsent.
Hamburgs Fußball Idol Uwe Seeler war im Volkspark- Stadion omnipäsent. Imago/Thomas Metelmann

Fehlstart wettgemacht. Aufschwung Ost in Liga zwei. Sowohl Hansa Rostock (1:0 beim HSV) als auch der 1. FC Magdeburg (3:2 in einem echten Krimi in Karlsruhe) haben am 2. Spieltag im Fußball-Unterhaus ihre Auftakt-Pleiten wieder wettgemacht.

Am Tag voller emotionaler Momente in Gedenken an den großen Uwe Seeler hat dem Hamburger SV in den letzten Minuten die Kraft gefehlt. Der Aufstiegsfavorit verlor am Sonntag durch ein Gegentor in der Nachspielzeit mit 0:1 (0:0) gegen Hansa Rostock. Kevin Schumacher (90.+4 Minute) sorgte für den sportlichen Dämpfer drei Tage nach dem Tod der Vereinsikone Seeler.

54 500 Zuschauer in der Arena, die nach Ansicht vieler Fans den Namen Uwe Seeler tragen sollte, hatten vor Spielbeginn für eine würdevolle Gedenkfeier gesorgt. Zahlreiche HSV-Anhänger waren dem Aufruf der Fan-Organisationen gefolgt und schwarz gekleidet erschienen.

Banner für Uwe Seeler

Mit zwei Bannern erinnerten die Ultras und treuesten Fans auf der Nordtribüne an ihr Idol, das in fast 1300 Spielen für den HSV seit der Jugend rund 1400 Tore erzielt hatte: „Loyal und bescheiden - der Größte aller Zeiten“ sowie „R.i.P. Uwe Seeler“. Anschließend bildete die Nordtribüne in einem Meer von schwarzen Pappen den in Weiß gehaltenen Namenszug „Uns Uwe“.

Weniger emotional dafür aber megaspannend ging es im Badischen zu. Aufsteiger 1. FC Magdeburg hat mit dem 3:2 (3:0) beim Karlsruher SC zumindest über 45 Minuten den Beweis angetreten, dass das aus Liga drei mitgebrachte Spielkonzept auch eine Liga höher funktioniert. Dabei profitierten die Elbestädter von einer verbesserten Effizienz und individuellen Fehlern der Gastgeber und führten bereits zur Pause mit 3:0 durch die Treffer von

Magdeburg erst hui, dann pfui

Andreas Müller (6.), Baris Attik (32.) und Moritz-Broni Kwarten (34.) nach einem katastrophalen, halbhohen Rückpass des erfahrenen Daniel Gordon ließen die Bördestädter schon wie die sicheren Sieger aussehen, ehe in Durchganz zwei das große Zittern einsetzte.

Abgeschirmt durch ein Spalier von Spielern und mit großen KSC-Bannern wird  nach Spielende Magdeburgs  Jamie Lawrence auf dem Platz behandelt und in einer Trage vom Platz befördert.
Abgeschirmt durch ein Spalier von Spielern und mit großen KSC-Bannern wird  nach Spielende Magdeburgs  Jamie Lawrence auf dem Platz behandelt und in einer Trage vom Platz befördert. dpa/Uli Deck

Da zeigte der FCM, dass das Team noch viel lernen muss, um in Liga zwei zu bestehen. Denn in der zweiten Hälfte ohne die angeschlagen ausgewechselten Atik und Alexander Bittroff waren die Elbestädter defensiv dem wachsenden Gegnerdruck nicht mehr gewachsen und kassierten per Doppelschlag durch Marvin Wanitzek und Mikkel Kaufmann  (63., 65.) den Anschluss.

Drama zudem nach dem Schlusspfiff.  Lawrence musste mit der Trage abtransportiert werden. Karlsruher Ordner improvisierten einen Sichtschutz, auch die gesamte Magdeburger Mannschaft stand um den am Boden liegenden 19-jährigen Innenverteidiger. Der Spieler habe Kreislaufprobleme gehabt und eine Infusion bekommen, berichtete Gäste-Trainer Christian Titz hinterher. Es gehe ihm wieder besser.

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