Erhielt viel Lob, aber auch Kritik für sein DFB-Debüt: Ex-Union-Star Nico Schlotterbeck wusste bis auf die Schlussszene beim 2:0 gegen Israel zu gefallen. Foto: Imago

Arroganz-Anfall! Ein hartes Wort vom ZDF-Experten Per Mertesacker nach dem 2:0 der deutschen Nationalelf gegen Israel. Der Weltmeister von 2014 lobte Nico Schlotterbeck zwar für seinen Auftritt, watschte ihn aber für den von ihm verursachten Foulelfmeter in der dritten Minute der Nachspielzeit dennoch kräftig ab. 

Der Ex-Unioner, dessen in Berlin angefangene Entwicklung unter Urs Fischer mittlerweile von Christian Streich in Freiburg veredelt wurde, eilte sofort zu Kevin Trapp, als dieser den Strafstoß von Yonatan Cohen parierte. Erleichterung pur stand in seinem Gesicht.

Bundestrainer Hansi Flick wollte nach dem Sieg, bei dem Kai Havertz und Timo Werner die Tore erzielten, den Stab nicht brechen über den Verteidiger, auch wenn er ihn nach dem Abpfiff zum Rapport bestellte: „Die Szene hat gezeigt, dass man immer 90 Minuten hoch konzentriert agieren muss. Denn Fehler werden während einer WM brutal bestraft.“

Nico Schlotterbeck harmoniert mit David Raum

Der einzige Fauxpas des 22-Jährigen bei seinem Länderspieldebüt. Seine insgesamt sieben Fehlpässe – bei immerhin 92 Ballkontakten – waren allesamt offensiver Natur und in Zonen, in denen man bewusst ins Risiko gehen will.

Hinten erledigte er seinen Job grundsolide, fing sechs Bälle ab und kurbelte die Offensive munter an. Zusammen mit David Raum, mit dem er im vergangenen Sommer U21-Euopameister wurde, machte er Schwung auf der linken Seite.

Und doch wurde vor allem wegen des verursachten Strafstoßes über ihn diskutiert. Selbst Flick hakte bei Mertesacker nach: „Per, wie meinst du das?“, fragte er vor laufenden TV-Kameras nach dessen Arroganz-Vorwurf. Der ruderte nicht zurück, sondern blieb bei seiner Meinung („Das sind Dinge, die können bei einer Weltmeisterschaft tödlich sein.“).

Flick macht Ex-Union-Star Schlotterbeck Hoffnung

Auch Schlotti wehrte sich. „Arroganz-Anfall würde ich nicht sagen. Das war einfach schlecht, eine Unkonzentriertheit, das darf mir nicht passieren“, sagte der 22-Jährige.

Der Bundestrainer war auf jeden Fall insgesamt zufrieden mit Schlotterbecks Vorstellung: „Er war sehr präsent. Er war aktiv. Er hat mit Selbstvertrauen agiert in Ballbesitz. Aus der letzten Aktion muss er lernen. Er kann zufrieden sein mit seinem Debüt.“

Klingt so, als ob es nicht nur bei diesem einen Spiel für Nico bleiben wird.

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