Ex-MotoGP-Weltmeister Casey Stoner schockt die Motorrad-Welt zehn Jahre nach seinem Rücktritt mit einem brutalen Geständnis. Imago

Die Welt rieb sich 2012 verwundert die Augen. Casey Stoner, zweifacher MotoGP-Weltmeister, beendete mit nur 27 Jahren seine beeindruckende Karriere völlig abrupt. Fast genau zehn Jahre später verrät der Australier die wahren Hintergründe seines Rücktritts und schockt die glamouröse Motorsportwelt mit einem Geständnis, wie sehr ihn der immense Druck zermürbte. 

Casey Stoner: Angstzustände bei 350 km/h

„Je besser ein Rennwochenende lief und je schneller ich fuhr, desto mehr wollte ich sterben“, erklärt Stoner. Im Podcast „Gypsy Tales“ des Filmmachers Jase Macalpine lässt der 45-fache GP-Sieger ganz tief blicken, wie sehr ihn der Druck vor einem Rennen belastete: „Ich lag mit einem Knoten im Magen zusammengerollt auf dem Boden meines Wohnmobils. Ich fühlte mich krank wie ein Hund.“

Deswegen habe er sich für so ein frühes Karriereende entschieden. Auch, weil er die Gefühle und Schmerzen überhaupt nicht einordnen konnte. Rückblickend sagt Stoner nun über den Ritt mit seiner GP-Maschine, die bis zu 350 km/h schnell sind: „Es waren Angstzustände. Ich habe diese Diagnose erst kürzlich erhalten. Es wäre einfacher für mich gewesen, hätte ich davon schon während der Karriere gewusst. Mir war damals nicht klar, dass die Angst ein Faktor war. Ich dachte, es sei einfach Stress.“

Druck belastete Casey Stoner

Casey Stoner (M.) duellierte sich jahrelang mit Italiens Superstar Valentino Rossi (r.). Imago

Anders als Superstar Valentino Rossi, der den Medienrummel liebt und bis zu seinem 42. Lebensjahr auf der Maschine saß, war Stoner vom Motorrad-Business nur noch genervt. Bereits 2009 litt er an einem chronischen Erschöpfungssyndrom, das er aber wieder in den Griff bekam.

Doch 2012 kam er wieder an eine Grenze. Stoner fühlte sich völlig leer und zog einen Schlussstrich unter seine Karriere. Erst heute hat er eine echte Erklärung dafür. „Wenn die Angst kommt, steckt sie zwischen den Schulterblättern fest. Ich hatte stets große Befürchtungen. Ich spürte den Druck von 70 Personen in meinem Team. Gerade wenn du der Nummer-1-Fahrer bist, erwarten alle jeden Sonntag den Sieg. Das hat mich sehr mitgenommen.“

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