Soufian Benyamina markiert den späten Siegtreffer für den FC Viktoria 89. Altglienickes Keeper Leon Bätge ist machtlos. City-Press/Matthias Renner

Für den FC Bayern war es 1999 einst die Mutter aller Niederlagen gegen Manchester United. Nun musste die VSG Altglienicke eine ähnlich bittere Pille schlucken. Mit zwei Treffern in der Nachspielzeit durch Lukas Pinckert (90.+1) und Soufian Benyamina (90.+6) dreht der FC Viktoria 89 das Ding und holt zum dritten Mal den Berliner Landespokal.

Revanche für das 0:6 vor zwei Jahren im Finale geglückt. Ein kleines Trostpflaster für den Drittligaabsteiger, der zwar weiter auf seinen Investor setzen kann, aber natürlich finanziell kleinere Brötchen backen muss.

1215 Besucher im Mommsenstadion sahen eine erste Halbzeit, in der die Himmelblauen dominierten, aber Tugay Uzan (40.) per Kopfballbogenlampe die Partie auf den Kopf stellte (40.).

Gelb-Rot für Häussler eröffnete Chance für Viktoria

Umgekehrte Vorzeichen nach der Pause. Die VSG hätte mehrfach auf 2:0 stellen können. Von Viktoria war wenig zu sehen. Doch eine überzogene Gelb-Rote Karte für Tim Häussler nach einem Allerweltsfoul gab den Himmelblauen noch einmal Hoffnung.

Pinckert erzielte den kaum noch für möglich erachteten Ausgleich, dann startete der Bruder von Union-Legende Karim Benyamina ein Sahnesolo und vollendet in letzter Sekunde vor dem Abpfiff zum 2:1 gegen das Team von Trainer Karsten Heine und Assistent Torsten Mattuschka.

Dessen Kraftanstrengungen waren also umsonst gewesen. Denn noch am Vorabend war Tusche am Betzenberg im Einsatz als Co-Kommentator für Sky beim Relegations-Hit zwischen Kaiserslautern und Dynamo Dresden. Wenn man da früh zurück in Berlin sein wollte, das Finale im Mommsenstadion wurde ja schon um 12.15 Uhr angepfiffen, musste man früh aufstehen ...

Viktoria freut sich über 140.000 Euro

Um 14.29 Uhr konnte Viktorias Kapitän Christopher Menz, der während der Partie der Buhmann gewesen war, nachdem er sich eine kleine, ungeahndet gebliebene Handgreiflichkeit gegen VSG-Schlussmann Leon Bätge erlaubt hatte, den Pott in die Höhe stemmen.

Hier gibt es Redebedarf zwischen Viktorias Kapitän Christopher Menz und VSG-Keeper Leon Bätge. imago/Matthias Koch

„Letztes Wochenende war ein großes Tränenmeer nach dem Abstieg, deshalb wollten wir die Saison unbedingt versöhnlich zu Ende bringen. Und wir hatten ja noch eine Rechnung offen, nachdem wir vor zwei Jahren mit 0:6 auf dem Sack bekommen haben“, so Menz glücklich.

Menz will bleiben. Sein Trainer Farat Toku aber nicht, viele weitere Spieler auch nicht. Wie es aber tatsächlich weitergeht bei Viktoria, ist offen. Nur dass man weiter im Jahnsportpark spielen will, sich mit dem BFC das Stadion teilen wird, falls die Weinrot-Weißen in die 3. Liga aufsteigen, steht fest.

Und dass Viktoria um rund 140.000 Euro reicher ist durch den Einzug in den DFB-Pokal. Ausgelost werden die Paarungen der ersten Runde bereits am kommenden Sonntag, 29. Mai, ab 19.15 Uhr im Rahmen der ARD-„Sportschau“.

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