Sein Traum von der Olympiateilnahme in Tokio ist geplatzt: Ramon Klenz von der SG Neukölln. Foto: dpa/Sören Stache

Einen Tag vor dem Crash hatte der Berliner Schwimmer Ramon Klenz gepostet: „Musik an, Kopf aus, Fokus auf den anstehenden Wettkampf!“ Ein Jahr voller Planänderungen wegen Corona sollte für den 22-Jährigen von der SG Neukölln bei der Olympiaqualifikation in der Halle an der Landsberger Allee am großen Ziel enden. Dort, wo auch schon seine Mutter Sabine Herbst, seine Großmutter Eva Herbst und sein Großvater Jochen Herbst waren: bei Olympia.

Also fuhr Klenz am Donnerstag los, um sich in die Hygieneblase zwischen Hotel Andel’s und Schwimmhalle zu begeben. Als er mit seinem Opel gerade an der Storkower Straße einparken wollte, sah er im Rückspiegel das Unheil anbrausen. Ein Kleinwagen schoss auf ihn zu. Er versuchte auszuweichen, entkam dem Zusammenstoß aber nicht: Polizei, Krankenwagen, Abschleppdienst. Beide Autos: Totalschaden. Klenz stand unter Schock. „Ramon und die andere Fahrerin wurden ins Krankenhaus transportiert. Bei Ramon war zum Glück nichts gebrochen. Aber er hat ein Schleudertrauma, Nacken- und Schulterpartie sind geprellt“, sagt sein Trainer Lasse Frank.

Am Sonnabend trat Klenz trotzdem über 200 Meter Schmetterling an. Allein gegen die Uhr. Auf seiner Spezialstrecke hatte er sich 2018 in 1:55,76 Minuten ins Rampenlicht katapultiert, als er den 32 Jahre alten deutschen Rekord von Olympiasieger Michael Groß verbesserte. Schwimmer und Trainer standen auf, um den Pechvogel anzufeuern, den im Januar ein positiver Corona-Test samt Quarantäne aus dem Rhythmus gebracht hatte. Er schlug in 1:56,64 Minuten an, seine zweitschnellste Zeit überhaupt. Die 3,4 Zehntel zur Olympianorm ließ er beim Anschlag liegen. Trainer Frank beantragte eine erneute Chance für Sonntag. Wieder sprang Klenz allein ins Becken. Die 1:57,48 Minuten beim Anschlag reichten nicht. Klenz blieb allein im Wasser. Minutenlang. Sein Traum: geplatzt.