Achim Franke führte Claudia Pechstein einst zu 9 Olympiasiegen. imago-images

Berlin Es war ein runder Plan für das runde Jubiläum: Dresden-Trip mit Ehefrau Ingrid inklusive „Carmen“ in der Semperoper, dann Party mit Familie, Freunden, Olympiasiegern. Alles weggefegt von Corona.  Nun feiert Eisschnelllauf-Trainerlegende Achim (das Jo davor steht nur im Ausweis) Franke seinen 80. Geburtstag heute daheim. Deshalb umso herzlicher: Prost, Goldschmied!

Achim Franke, Trainer von Berlins Kufen-Queen Claudia Pechstein – das ist quasi Sport-Allgemeingut. Dass der gebürtige Weißwasseraner auch die Olympiasieger Uwe-Jens Mey, André Hoffmann und Olaf Zinke betreute, ist fast schon Fachwissen. Seine größten Erfolge? Da muss man zählen können: neunmal Olympiagold (plus neun weitere Medaillen), 23 WM-Titel (43 weitere Podestplätze), 21 Gesamt-Weltcups.

Aber dass Franke einst als Eishockeyspieler begann, haben nur noch wenige auf dem Zettel. 127 Länderspiele, mit 28 Trainer und als jüngster Puckjäger-Coach der Oberliga viermal am Stück Meister mit Weißwasser.

Wechsel zum Eisschnelllauf

Als die DDR-Sportbosse Eishockey dann für nicht förderungswürdig hielten, musste Trainer die Sportart wechseln. Franke: „Mich überredete man mit einer Drei-Zimmer-Wohnung in Berlin, zum Eisschnelllauf zu gehen.“ Der Rest ist Legende.

Franke förderte und forderte seine Schützlinge. Nicht nur Pechstein – aber vor allem. 1991 bat Claudia um Aufnahme in seine Trainingsgruppe. Franke erinnert sich: „Bei der ersten Laufeinheit spürte ich sie sehr schnell nicht mehr hinter mir. Sie war eine ganz schlechte Läuferin.“ Sein erster Gedanke: „Da werden wir nicht weit kommen.“ Hier irrte  auch mal der Meister.  1992 holte Pechi mit Bronze ihre erste von neun Olympia-Medaillen. Sie weiß, was Franke so besonders macht:  „Er hatte die einmalige Gabe, den Trainingsaufbau so zu gestalten, dass man zum Saisonhöhepunkt die absolute Topleistung abrufen konnte.“

So hatte er auch den Countdown zum 80. geplant. Corona zerstörte alles. Franke ein wenig traurig: „Jetzt werde ich wohl Montag auf dem Ergometer sitzen und mich fit halten.“ Er will sich trotzdem ein  Schlückchen gönnen: Prost, Goldschmied!