Der Berliner Paul Drux und seine DHB-Kollegen hatten im WM-Spiel gegen Algerien keine Probleme.
Der Berliner Paul Drux und seine DHB-Kollegen hatten im WM-Spiel gegen Algerien keine Probleme. Imago/Gerhard Koffler

Bundestrainer Alfred Gislason klatschte freudestrahlend in die Hände, dann versammelte Kapitän Johannes Golla die deutschen Handballer im Kreis und schwor sie auf den bevorstehenden Kampf ums Viertelfinale ein.

„Wir gehen mit sehr großem Selbstvertrauen in die Hauptrunde“, sagte Gislason nach dem lockerleichten 37:21 (16:9) gegen Außenseiter Algerien am ZDF-Mikrofon und gab die Marschroute für die kommenden drei Spiele vor: „Wir müssen jetzt in jedem Spiel ein Stückchen drauflegen, dann kann einiges passieren.“

DHB-Team richtet Blick auf Argentinien

Die volle Konzentration der DHB-Männer gilt nun der Hauptrunde, in die Deutschland als Gruppensieger mit der perfekten Ausbeute von 4:0 Punkten startet. Erster Gegner ist am Donnerstag Argentinien. Weitere Kontrahenten im aussichtsreichen Rennen um die anvisierte K.o.-Runde sind die Niederlande und Norwegen.

„Unser Ziel ist natürlich das Viertelfinale“, sagte Luca Witzke, der für den etatmäßigen Spielmacher Juri Knorr ran durfte. Die Hauptrundengegner seien „hart. Aber es steckt viel Potenzial in der Mannschaft. Ich denke, dass es weit gehen kann.“

Komplettiert wird die Sechsergruppe durch die Mannschaften von Serbien und Katar, die das deutsche Team in den ersten Vorrundenspielen bereits besiegt hatte. Nur die besten zwei Teams ziehen in die K.o.-Runde ein.

DHB-Team mit breiter Brust in die Hauptrunde

Die makellose Vorrunde mit drei Siegen aus drei Spielen sorgt im deutschen Lager für eine breite Brust. Der souveräne Vorrundenabschluss gegen die international bestenfalls zweitklassigen Afrikaner sorgt für zusätzlichen Rückenwind. „Ich freue mich extrem über die Leistung der zweiten Reihe. Wir konnten auch in der Breite viel Selbstvertrauen tanken“, sagte Gislason, warnte aber: „Argentinien wird deutlich stärker sein als Algerien.“

Spannung hochhalten, zweite Reihe stärken, Schwung mitnehmen: Der Plan von Gislason für Dienstagabend ging voll auf. „Mit dieser Leistung und dem Ergebnis schwimmen wir weiter auf der Welle. Das gibt viel Schwung für die nächsten drei Spiele“, sagte Linkshänder Christoph Steinert.

Zum besten Werfer avancierte Kreisläufer Jannik Kohlbacher mit zehn Toren. Die wichtigste Nachricht des Dienstagabend aber lautete: Kein Spieler hat sich in der sportlich unbedeutenden Partie verletzt. Zudem sammelten die Akteure aus der zweiten Reihe wertvolle Einsatzzeit. „Das ist ein Sieg, auf dem man aufbauen kann“, sagte Kohlbacher und zog ein positives Fazit: „Der zweite Anzug passt immer besser, Alfred kann beruhigt wechseln.“

Zwar benötigte die deutsche Startsieben, die Gislason gleich auf vier Positionen (Juri Knorr, Mertens, Julian Köster, Kai Häfner raus, Luca Witzke, Rune Dahmke, Simon Ernst und Christoph Steinert rein) verändert hatte, eine kleine Anlaufphase. Doch mit der ersten DHB-Führung nach exakt sieben Minuten (4:3) lief alles wie am Schnürchen.

Lesen Sie hier mehr Nachrichten aus dem Sport >>

Auch im zweiten Abschnitt ließ die DHB-Auswahl nichts anbrennen - und schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe. Im Tor durfte sich nun Joel Birlehm anstelle des in der ersten Halbzeit starken Andreas Wolff auszeichnen. Und im Angriff erzielten auch Linksaußen Dahmke und Rückraumspieler Paul Drux ihre ersten Turniertore.