Novak Djokovic begab sich direkt zum Flughafen, nachdem seine Abschiebung aus Australien offiziell bestätigt wurde. dpa

Immerhin: In Serbien wird Novak Djokovic noch gefeiert. Während die Tennis-Nummer eins in seine Heimat zurückkehrte, kocht das Theater um die wegen fehlender Corona-Impfung verweigerte Einreise in Australien auf der Welt und vor allem Down Under weiter hoch. Aussie-Innenministerin Karen Andrews bestätigte, dass der Impfgegner durch seine Fehler bei der Anreise ein dreijähriges Australien-Verbot aufgebrummt bekommt. Auch Frankreich überlegt, die Grenzen für ungeimpfte Sportler dichtzumachen. Lässt sich Djokovic nun doch piksen?

French Open nur für Geimpfte?

Als Djokovic das Land bereits verlassen hatte, verkündete Andrews die Nachrichten, die die Tennis-Karriere des 34-Jährigen massiv gefährden könnte: „Sein Visum wurde annulliert. Dies wurde vom Bundesgericht bestätigt, daher wird ihm die Einreise in das Land für drei Jahre verboten.“

Gilt das Verbot, wird Djokovic wohl kaum wieder die Australian Open spielen können. Ein Hintertürchen gebe es allerdings. Sollte Djokovic in Zukunft aus zwingenden Gründen nach Australien zurückkehren wollen oder müssen, „kann man sich das dann ansehen, aber das ist zu diesem Zeitpunkt alles hypothetisch“, so Andrews.

Die Anzeichen verdichten sich allerdings, dass schon bald weitere Länder ähnlich strikte Einreiseregeln aufstellen werden. Am Montag sickerte aus Regierungskreisen in Frankreich durch, das beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres, den French Open in Paris, ebenfalls sämtliche Teilnehmer gegen das Coronavirus geimpft sein müssen.

Djokovic: Corona-Verharmloser und bizarrer Esoteriker

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Novak Djokovic verließ am Sonntagmorgen Australien in Richtung Dubai.

Derzeit ist es nicht erforderlich, geimpft zu sein, um in Frankreich einzureisen, aber der Nachweis wird künftig für jeden verpflichtend sein, der eine „Einrichtung mit Publikumsverkehr“ betritt. Djokovic ist ungeimpft, allerdings war bei ihm nach eigener Aussage Mitte Dezember eine zweite Corona-Infektion nachgewiesen worden. Derzeit gilt er damit als genesen. Sorgt der steigende Druck jetzt beim Djoker doch noch für ein Umdenken in Sachen Anti-Virus-Spitze?

Die Wahrscheinlichkeit scheint aber gering. In der Vergangenheit trat der 20-malige Grand-Slam-Sieger und vielleicht beste Tennisspieler aller Zeiten nicht nur als Impfgegner, sondern auch als Corona-Verharmloser und bizarrer Esoteriker und Alchemist auf. So erzählte Djokovic einmal, er habe „Menschen erlebt“, die „stark verschmutztes Wasser in Wasser mit Heilkraft verwandelt haben“. Ein anderes Mal trat er mit dem Arzt Branimir Nestorovic auf, der über Covid-19 als das „lustigste Virus der Weltgeschichte“ witzelte und der der aberwitzigen Meinung ist, Serben seien gegen Corona immun, weil sie ein „Löwen-Gen“ besitzen.

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