Kai Häfner (l.) stemmt sich tapfer, aber am Ende erfolglos gegen Frankreich-Kanonier Nedim Remili.
Kai Häfner (l.) stemmt sich tapfer, aber am Ende erfolglos gegen Frankreich-Kanonier Nedim Remili. Foto: Piotr Hawalej/AP

Bundestrainer Alfred Gislason (63) verschränkte die Arme, dann ließ er sich auf seinen Stuhl fallen und verharrte ein paar Minuten in Stille. Der Isländer musste das 28:35 (16:16) im WM-Viertelfinale gegen Frankreich erst mal sacken lassen. Lange hielten seine Jungs mit dem haushohen Favoriten ganz gut mit, dann kam in den letzte 15 Minuten der Einbruch.

„In der zweiten Halbzeit haben wir zu viele Fehler gemacht. Wir müssen dieses Spiel erst mal verdauen“, haderte Gislason, fügte aber hinzu: „Ich bin sehr stolz auf die Jungs, sie haben alles gegeben.“

40 Minuten reichen eben nicht für Großes

Lange Zeit hielt Deutschland die Partie gegen den Rekordweltmeister offen, führte kurz nach der Pause noch  20:18. Doch am Ende konnte auch der famos haltende Andi Wolff die Niederlage nicht verhindern, weil offensiv fast nichts mehr ging.

„Das Ergebnis fällt etwas zu hoch aus, es war ein großer Kampf von uns. Aber wir nutzen die Chancen nicht so wie man es tun muss, um ein Halbfinale zu erreichen“, sagte Kapitän Johannes Golla, mit sechs Toren bester deutscher Werfer: „Wir haben es 40 Minuten gut gemacht, dann brechen wir ein. Zur absoluten Weltspitze ist es noch ein weiter Weg.“

Jetzt geht erst mal noch gegen Ägypten 

Das Turnier ist für das deutsche Team nach dem Viertelfinal-Aus noch nicht beendet. Am Donnerstagmorgen geht der Flieger nach Stockholm. Anstatt in der schwedischen Hauptstadt am Wochenende aber nach 16 Jahren wieder um den WM-Titel zu spielen, geht es nun in zwei sportlich unbedeutenden Partien um die Plätze fünf bis acht. Gegner am Freitag (15.30 Uhr, ARD) ist zunächst Afrikameister Ägypten. Golla: „Wir wollen uns gut verabschieden. Ein fünfter Platz ist immer noch ein tolles Ziel.“

Die Partie begann wegen der doppelten Verlängerung im vorherigen Spiel zwischen Norwegen und Spanien (34:35) mit 22-minütiger Verspätung. Dies, orakelte DHB-Sportvorstand Axel Kromer, sei „für uns vielleicht ein Vorteil. Die Franzosen kennen den Ablauf vor so einem Viertelfinale etwas besser. Jetzt ist es für alle neu.“

Immerhin: Frankreich kommt ins Schwitzen

Tatsächlich zeigte sich die Gislason-Sieben nach der unfreiwilligen Verzögerung von Beginn an hellwach. Weil Golla und Co. vorne fast jeden ihrer Würfe versenkten und hinten Keeper Wolff glänzend startete, führte Deutschland schnell mit 5:3 (5.) und 8:5 (10.). Und als Christoph Steinert nach einer Viertelstunde auf 11:7 erhöhte, trommelte Frankreichs Trainer Guillaume Gille seine Stars um Nikola Karabatic und Dika Mem zu einer ersten Auszeit zusammen.

Das deutsche Angriffsspiel kam fortan ins Stocken, die Franzosen zogen das Tempo nun merklich an. Der Rest ist dann doch Frust.

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