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Fiél gegen Baumgart: Zwei Eiserne entscheiden über Unions Schicksal

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Alte Zeiten: Christian Fiél und Steffen Baumgart im Trikot des 1. FC Union.

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Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde Cristian Fiel in Dresden von einem Berliner Reporter nach dem 0:0 der Eisernen gegen seine Sachsen gelöchert. Ob er denn wenigstens im Restteil der Saison noch helfen könne. Der Deutsch-Spanier, noch ganz im Tunnel nach 90 aufreibenden Minuten, musste passen. „Sag du es mir“, meinte der 39-Jährige und ernte ein Achselzucken des Fragestellers. Dem war auch eher das Restprogramm der Eisernen geläufig. Das Gelächter im Raum war beiden gewiss.

Fünf Wochen später gibt es die Antwort am Sonntag auf dem Platz. „Fiello“ kann seiner alten Liebe gegen Paderborn durchaus Schützenhilfe leisten und zeigen, dass seine Worte („Urs, was ich dir noch wünschen wollte – dass ihr es hoffentlich schafft“) nicht nur nett gemeint waren.

Nach der erfolgreichen Mission Klassenerhalt geht es für die Sachsen um nichts mehr. Wohl aber für Paderborn. Mit dessen Trainer Steffen Baumgart (47) verbindet Fiel gemeinsame Erinnerungen bei den Eisernen. Vom Sommer 2002 bis zum Winter trugen beide das Trikot der Köpenicker. Baume dabei mit hochgestelltem Kragen, Fiel mit viel Gefühl im linken Fuß.

Es ist schon fast eine Ironie des Schicksals, dass zwei Ex-Eiserne jetzt als Trainer über das Wohl und Wehe ihres erklärten Lieblingsklubs entscheiden. Der eine will sein Heimpublikum zum Saisonausklang ein wenig versöhnen. Der andere will ein Märchen vollenden, mit dem Aufsteiger den Durchmarsch schaffen.

Und Baumgart nimmt viel Druck raus: „Wir können gar nichts verlieren. Das Einzige was passieren kann, wenn es nicht gut geht, ist, dass wir in der Zweiten Liga bleiben, aber trotzdem eine außergewöhnlich gute Saison gespielt haben“, so der in Köpenick lebenden Fußballlehrers. Ein Sieg und er ist durch. Wenn Union nicht gewinnt, kann er sich sogar eine Niederlage mit sieben Toren Differenz leisten.

Unions Trainer Urs Fischer sieht dennoch keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. „Mal sehen, ob ich Baumi gratulieren muss. Wir verstehen uns ja gut“, sagte der Eidgenosse. Die salomonische Lösung, die alle Unioner – alte und neue – frohlocken ließe, wäre ein Remis in Dresden, Union gewinnt in Bochum und die Ostwestfalen zwingen in der Relegation den VfB Stuttgart in den Abstieg.