Jens Kielmann wird von Anwohnern freudig begrüßt. Foto: privat

Er hat es echt geschafft: Jens Kielmann (29) ist am Sonntag nach 558 Kilometern an seinem Ziel angekommen. Wie der KURIER berichtete, wanderte er binnen einer Woche von Berlin in seine ehemalige Heimat Echthausen (Kreis Soest, NRW), um pro gelaufenem Kilometer Spenden für Obdachlose Berliner in der Corona-Krise zu sammeln. „Ich habe lauter Blasen und Blutergüsse an meinen Füßen und mein Knie ist ein wenig lädiert, aber sonst geht es mir gut“, sagt Jens Kielmann noch ein wenig erschöpft. Mit selbst gemachten Transparenten und lauten Jubelrufen wurde er bei seiner Ankunft am späten Nachmittag von Anwohnern und der Familie in Empfang genommen.

Nach 558 Kilometern kommt Jens Kielmann am Ziel an. Foto: privat

Jens Kielmann: „Ich bin ein wenig enttäuscht“

Die Strapazen seines Spendenlaufs nahm Kielmann auf sich, um damit auf die dramatische Situation der Menschen, die derzeit auf der Straße leben müssen, aufmerksam zu machen. Auf seiner Reise übernachtete Kielmann selbst im Freien und erlebte auch unangenehme Situationen. Eine Nacht sei er vom Regen überrascht worden und in einer Pfütze aufgewacht. „Für Obdachlose ist so was Alltag. Sie haben es in dieser Zeit, in denen die Spendenbereitschaft zurückgegangen ist, noch schwerer“, sagt der gelernte Koch, der bis August in Kurzarbeit ist.

Pro gelaufenen Kilometer sammelte Kielmann über einen Aufruf bei Facebook für die Neuköllner Tee-und-Wärme-Stube des Diakoniewerk Simeon Spendengelder. Jeder sollte so viel beisteuern, wie er konnte. 1200 Euro sind bei seinem gewaltigen Fußmarsch zusammengekommen. Die Hälfte davon habe seine eigene Familie beigesteuert. Um die Lunchboxen der Tee-und-Wärme-Stube, die von ehrenamtlichen Helfern für die Obdachlosen zubereitet werden, einen weiteren Monat finanzieren zu können, hätten knapp 5000 Euro zusammenkommen müssen. „Ich bin ein wenig enttäuscht, da ich mir mehr erhofft habe“, sagt Jens Kielmann.