Kinderbekleidung und Stiefel sind in einer Kindertagesstätte zu sehen.  Foto: dpa/Monika Skolimowska

Berliner Kitas sind im Corona-Lockdown gut gefüllt - obwohl sie eigentlich nur in Einzelfällen eine Notbetreuung von Kindern anbieten sollen. Darauf hat am Mittwoch die Gewerkschaft Verdi hingewiesen. Nach ihren Angaben liegt die Auslastung in den Kita-Eigenbetrieben bei 43 Prozent, für kommende Woche seien sogar 63 Prozent Auslastung zu erwarten.

Das Risiko für Berliner Erzieherinnen, an Corona zu erkranken, steige also dramatisch, erklärte die stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann. Von einer Notversorgung lediglich für außerordentlich dringliche Fälle, von der der Senat spreche, könne keine Rede sein. Während des Lockdowns im Frühjahr wurde über eine Liste systemrelevanter Berufe definiert, wer sein Kind in die Kita schicken durfte und wer nicht. Aktuell gibt es keine solche Liste.

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„Wir erwarten, dass der Senat endlich Klarheit schafft, welche Regelung in Berlin gültig ist: Notversorgung für außerordentlich dringliche Fälle, systemrelevante Berufe oder Zwei-Drittel-Auslastung“, so Kühnemann. „Der Senat muss sich entscheiden. Das ist er Kindern, Eltern und Erzieherinnen schuldig.“ Laut Bildungsverwaltung haben die Einrichtungen, zu denen nicht nur Eigenbetriebe gehören, aktuell eine Betreuung von 31 Prozent der Kita-Kinder gemeldet. Für weitere 10 Prozent sei ein Betreuungsbedarf angekündigt worden.

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Eine Sprecherin bekräftigte das Ziel des Senats, dass im Lockdown möglichst wenig Kinder in Kitas sind. Die Einrichtungen könnten das bisher individuell mit den Eltern regeln; dieses Verfahren sei auch ihr Wunsch gewesen. Man sei aber permanent im Gespräch mit den Kita- Trägern, ob die Situation gegebenenfalls neu bewertet werden müsse.