Das DRK und andere Berliner Hilfsorganisationen bitten den Senat um Unterstützung. Foto: imago images/Stefan Zeitz

Die Berliner Retter wenden sich mit einem gemeinsamen Alarmruf an den Senat: Die Hilfsorganisationen beklagen ein Millionen-Loch in ihren Kassen. Wegen der Corona-Krise seien ihnen Aufträge wie Sanitätsdienste bei großen Events weggebrochen. DRK, Johanniter und Co. fordern deshalb jetzt einen „Härtefallfonds“. Ohne Geld können sie nicht retten.

Die Corona-Vorschriften verhageln den Hilfsorganisationen die Bilanz. Wichtige Einnahmequellen wie Sanitätseinsätze bei Veranstaltungen, Erste-Hilfe-Kurse oder auch Schwimmunterricht sind vorerst versiegt. Jetzt können die Retter ihre drohenden Einnahmeverluste genauer beziffern: Mehr als eine Million Euro fallen allein wegen der abgesagten Sanitätseinsätze weg. Die Hilfsorganisationen bitten das Land Berlin deshalb nun in einer öffentlichen Mitteilung um finanzielle Unterstützung.

Im Notfall immer zur Stelle

„Die Berliner Hilfsorganisationen sind im Notfall immer zur Stelle. Doch jetzt in der Corona-Krise geraten sie selbst in Not“, heißt es in dem Alarmruf von DRK, Johannitern, Maltesern, ASB und DLRG. Das große Problem: Zentrale Aufgabenbereiche wie Betreuungsdienste oder auch die Wasserrettung sollten teilweise aus den nun wegbrechenden Einnahmen finanziert werden. So war es bisher gängige Praxis.

Hinzu kommt, dass die Hilfsorganisationen in der Corona-Krise beschäftigt sind wie sonst selten. Sie organisieren Nachbarschaftshilfen, Einkaufshilfen für Risikogruppen und Besuchsdienste. Sie verstärken mit ehrenamtlichen Rettungswagen den Regelrettungsdienst und geben Schutzmasken aus. „Hier schlagen aber die überteuerten Preise für Hygienematerialien und Schutzausrüstungen extrem zu Buche“, heißt es in dem Alarmruf. Die Kosten etwa für Schutzmasken sind in der Krise deutlich gestiegen. 

Lesen Sie auch: Hilfe für DRK - Rafal Gikiewicz macht den Obst- und Pizzaboten

Große Belastungen für die Retter

"Die finanziellen Ausfälle und zusätzlichen Ausgaben stellen eine große Belastung für die Berliner Hilfsorganisationen dar“, schreiben die Landeschefs. Einer von ihnen ist der CDU-Politiker und DLRG-Präsident Kai Wegner. Die schwierige Situation mache jetzt eine zusätzliche finanzielle Unterstützung nötig. Deshalb fordere man einen Härtefallfonds.

Mit Blick auf mögliche künftige Krisen ist es der DRK-Landesvorsitzenden Gudrun Sturm wichtig, dass weiterhin genug Schutzausrüstung gekauft werden kann. Sie sagt: „Die Anschaffung des Materials vor der Lage ist notwendig, um in der Lage handlungsfähig zu sein.“

Laut Henric Maes, Diözesangeschäftsführer der Malteser, wolle man nun „das Gespräch mit dem Berliner Senat suchen, um Wege und Möglichkeiten der Unterstützung zu besprechen“. Die Zeit drängt.