Ein drei Monate altes Baby wird beim Arzt mit einer Impfung versorgt. Foto: imago images / Westend61

Die Kinderkrebsstationen der Charité und des Helios-Klinikum in Buch geraten wegen Personalmangels in einigen Fällen an ihre Grenzen. Wegen ihrer hohen Spezialisierung sind sie bei Patienten aus ganz Deutschland gefragt. Pflegekräfte, die schwer kranke Kinder mit Chemotherapien behandeln, finden sich kaum. Die Klinikchefs haben den Politikern Montag ihre Situation erklärt.

Auslöser für die Anhörung der drei Ärzte im Gesundheitsausschuss war ein Bericht des RBB, wonach ein Kind verstarb, weil es in der Charité angeblich nicht rechtzeitig aufgenommen worden war. Der Bericht stellte sich als falsch heraus. Prof. Dr. Angelika Eggert, Direktorin der Kinderklinik an der Charité, erklärte; „Das Kind ist an einer schweren Leukämie gestorben und nicht am Pflegenotstand“, sagte sie.  

Ärzte und Pflegekräfte, die mit solchen Situationen umgehen können, fehlen – in Deutschland, in Berlin und eben auch auf den Kinderkrebsstationen. „Wir sind die modernste Onkologie für Kinder in Deutschland, mit dem speziellen Angebot. Doch wir brauchen Fachkräfte. Der Arbeitsmarkt ist aber leer“, klagt Angelika Eggert. Weil die Charité-Ärzte immer schwerere Fälle behandeln, steige die Belastung. „Wir retten Patienten, die vor zehn Jahren noch verstorben wären“, sagte Angelika Eggert. Gleichzeitig sei Kinderheilkunde von ökonomischen Zwängen abhängig.

Kinderonkologie sucht dringend Fachkräfte

Wer auf der Kinderonkologie arbeite, müsse hoch spezialisiert sein. Er behandle mit nicht immer ungefährlichen Chemotherapien und müsse sich gleichzeitig auf Kinder einstellen. Um das Personal-Loch zu stopfen, will man Arbeitskräfte von der Erwachsenen-Onkologie einsetzen, so Charité-Vorstand Prof. Dr. Ulrich Frei. „Das Wachstum Berlins verursacht nicht allein einen Kitaplatz- oder Schulplatz-Mangel. Die Wachstumsschmerzen treffen jetzt auch die Kinderkliniken“, so Frei.

Die Zahl der Aufnahmen von Krebspatienten am Heilios-Klinikum in Buch sei gestiegen, so Patrick Hundsdörfer. Im letzten Jahr haben er und seine Kollegen 60 Patienten behandelt. „Wir haben in den letzten sieben Wochen 20 Neuaufnahmen gehabt. Wir steuern auf einen Engpass zu“, so der Arzt.

Die Personalsituation am Helios-Klinikum Buch sei auf der Kinderonkologie aber noch sehr gut, so Hundsdörfer. Allen Stellen seien besetzt, noch gäbe es nicht zu wenig Fachkräfte. "Die Charité und wir arbeiten gut zusammen. Wir schaffen es, so alle Patienten in Berlin versorgen. Es gab zu keinen Zeit einen Aufnahme-Stopp", erklärt der Chefarzt weiter. Aber: Die Zahl der Aufnahmen am Klinikum in Buch sei in den letzten sieben Wochen aber gestiegen.

Eltern müssten auf seiner Station die Arbeit der Pflegekräfte übernehmen. Gerade, was die psychologische Betreuung angeht. „Ohne die Eltern könnten wir die Pflege nicht machen.“