Der nächste Selbstversuch startet am Montag: „Jenke - Das Experiment“. Foto: ProSieben / Bene Müller

Jenke von Wilmsdorff ist wieder da! Der Journalist und Schauspieler hat in diesem Sommer zwar den Sender gewechselt, doch das Prinzip bleibt gleich. In „Jenke - Das Experiment“ (Montag, 20.15 Uhr ProSieben) gibt der 45-Jährige wieder das Versuchsobjekt. In der ersten Folge geht Jenke Schönheitsmythen auf den Grund. In 100 Tagen will er 20 Jahre jünger aussehen. Dabei will er seine rechte Gesichtshälfte diversen kosmetischen Behandlungen, seine linke schönheitschirurgischen Eingriffen unterziehen. Was verrückt klingt, reiht sich schlicht gut in eine Reihe krasser Selbstexperimente ein, mit denen Jenke von Wilmsdorff in den vergangenen Jahren auf Quoten-Jagd ging. Eine Übersicht.

Jenke von Wilmsdorff auf Ecstasy und LSD

Es war der viel kritisierte Auftakt zur vierten Staffel „Das Jenke-Experiment“. 3,88 Millionen Zuschauer sahen im September, wie sich Jenke von Wilmsdorff LSD, Ritalin und K.O-Tropfen selbst einflößte. Sie konnten den Journalisten dabei beobachten, wie er 48 Stunden wach blieb, in eine Welt ohne Zeit und Raum eintrat, auf LSD-Dächer atmen sah, absoluten Höhen und schlimme Tiefen erlebte, und noch während seines Ecstaty-Rausches zu dem Schluss kam:„ Drogen sind etwas Wunderbares“. 

Jenke von Wilmsdorff wurde im Anschluss vorgeworfen, er würde Drogen verharmlosen. Die niedersächsische Landesmedienanstalt prüfte sogar, ob die Ausstrahlung der Folge jugendgefährdend gewesen sei. Der ausstrahlende Sender RTL sah das aber ganz anders. „Drogenkonsum wird nicht verherrlicht, sondern eingeordnet, um vor den zerstörerischen Konsequenzen zu warnen“, sagte damals eine Sprecherin. Dem folgten auch die Medienwächter und stellten keine Jugendgefährdung fest.

Jenke von Wilmsdorff als Frau

In der vierten Folge der ersten Staffel „Das Jenke-Experiment“, die am 8. April 2013 ausgestrahlt wurde, schlüpfte Jenke von Wilmsdorff in die Rolle einer Frau. Stylisten verpassten ihm mit Perücke, einem ausgestopften BH, Brust-Waxing und Schminke den Look einer Frau. Er lief dabei auf einer Modenschau mit und wurde auf einer anschließenden Party mehrfach ungefragt an den Po gefasst. So bekam er zumindest einen kleinen Einblick in das Leben einer Frau auf öffentlichen Veranstaltungen.

Doch es blieb nicht beim Verkleiden. Jenke von Wilmsdorff trug für das Experiment auch einen 9-Kilo-Umschnallbauch, um sich ins Leben einer Schwangeren hineinzuversetzen. Besonders schmerzhaft wurde es dann in einer Klinik in Amsterdam. Dort ließ sich der Journalist an Elektroden anschließen, die ihm zwei Stunden lang künstliche Wehen verpassten. Schmerzerfüllt schrie der Reporter bei jeder künstlichen Wehe, dann fing er sogar an zu Weinen. „Eigentlich bin ich nicht der Typ, der durch Tränen Erleichterung findet. Aber gerade habe ich die komplette Kontrolle über meinen Körper verloren“, erklärte er damals. „In meinem ganzen Leben habe ich noch nicht solche Schmerzen gespürt. Ich habe die Heftigkeit von Wehen unterschätzt.“

Jenke von Wilmsdorff auf dem Flüchtlingsboot

Diese Reportage stammt noch aus der Zeit vor „Das Jenke-Experiment“, als von Wilmsdorff noch für das RTL-Magazin „Extra“ drehte. Im Jahr 2011 begleitete der Journalist zusammen mit seinem Kameramann hunderte nordafrikanische Flüchtlinge, die auf einem klapprigen Schlepperboot von Tunesien aus auf die italienische Mittelmeer-Insel Lampedusa fuhren. Rund 1200 Euro mussten die Flüchtlinge damals zahlen, um nach Europa zu kommen, wo sie auf ein besseres und sichereres Leben hofften. Auch von Wilmsdorff und sein Kameramann sollen diesen Betrag gezahlt haben, waren in ihrer Arbeit aber dennoch eingeschränkt. Die Schlepper bestimmten, wann die Kamera eingeschaltet sein durfte, und so waren von den beschriebenen Drangsalierungen, den nahezu unmenschlichen Bedingungen an Bord des rund 22 Jahre alten Schiffes, nicht viel zu sehen. 

Wegen der Zusammenarbeit mit den Schleusern gab es im Anschluss Kritik an Jenke von Wilmsdorff, da unter den Voraussetzungen keine freie Berichterstattung möglich war. Aber es gab auch Anerkennung, schließlich war der gebürtige Bonner der erste Journalist, dem eine solche Reise gelungen war. Die Reportage wurde zudem auch für einen Emmy nominiert.