Im Studio bei Bares für Rares: Kunstexperte Sven Deutschmanek, Moderator Horst Lichter, Kandidatin Gabi. Foto: Youtube/ZDF

Stellen Sie sich vor, sie bummeln gemütlich über einen Flohmarkt, finden an einem Stand ein merkwürdiges Objekt, das Ihnen gefällt. Die Händlerin will fünf Euro haben, sie nehmen ihr den Gegenstand ab. Und dann, anderthalb Jahre später, bietet Ihnen ein Kunsthändler mehr als das 200-fache des Preises. Unglaublich? Einer Kandidatin bei „Bares für Rares“ ist genau das passiert – und die Händlerin, die ihr auf dem Flohmarkt ein Stück Kunstgeschichte für einen Spottpreis verkaufte, dürfte sich richtig ärgern…

Das Objekt stammt von einem der größten deutschen Pop-Up-Künstler

Kandidatin Gabi kommt mit einem Kunstobjekt ins ZDF-Studio, das sehr schnell identifiziert ist: Es handelt sich dabei um eine Skulptur von Werner Berges, einem der großen deutschen Pop-Art-Künstler. „Jede Menge Leute“ besteht aus einem Sockel, auf dem mehrere bunte Frauen-Silhouetten montiert sind.

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Unscheinbar, aber wertvoll. Bevor es an die Expertise geht, stellt Moderator Horst Lichter der Kandidatin die alles entscheidende Frage: „Was möchtest du dafür haben?“ Rund 1000 Euro, sagt sie. „Und was hast du dafür bezahlt?“ – „Fünf.“ – „Fünfhundert, ja?“ – „Nein, fünf.“ Lichter kann es kaum glauben. Und auch Kunst-Experte Sven Deutschmanek ist sicher: „Das war ein Investment.“

Das Kunstwerk kaufte Gabi für fünf Euro, bei „Bares für Rares“ gibt's dafür wesentlich mehr. Foto: Youtube/ZDF

Doch bevor es an die Schätzung geht, erklärt Deutschmanek das Kunstwerk. Der Künstler Werner Berges habe in seiner Schaffenszeit guten Kontakt mit Kunst-Stars wie Roy Liechtenstein und Andy Warhol gehabt, habe Kunst studiert. „Er war dafür bekannt, dass er mit kräftigen, leuchtenden Farben arbeitete.“ Das spezielle Werk war streng limitiert, nur 30 Exemplare gab es davon, jedes einzelne handsigniert.

Kunst-Experte schätzt den Wert auf bis zu 2000 Euro

Die bunten Silhouetten zeigen Frauen. „Werner Berges hat mal in einem Interview gesagt: Die Frau ist das schönste und vollkommenste, war er sich nur vorstellen kann. Und damit das perfekte Objekt für die Kunst.“ Die Preise werden in der Zukunft definitiv nach oben gehen, die fünf Euro seien wirklich gut investiert gewesen. Doch Gabi möchte das Kunstwerk loswerden, sie sei nie richtig warm damit geworden.

Was gibt der Kunstmarkt dafür her? Schon vor Jahren seien diese Skulpturen für 1000 Euro verkauft worden, im Moment schätzt Deutschmanek den Preis auf 1500 bis 2000 Euro.

Also: Ab in den Händlerraum! Schnell bieten die Kunst-Experten um die Wette. 500 Euro, 600, 700 Euro. „Das muss so ein schöner Moment sein, wenn Sie fünf Euro bezahlt haben“, stellt Fabian Kahl fest. Am Ende bekommt Wolfgang Pauritsch den Zuschlag, er zahlt 1150 Euro für das Werk.

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„Ich wünsche viel Spaß damit“, sagt Gabi. Sie kann sich glücklich schätzen – ihr Einkaufspreis wurde damit um mehr als das 200-fache verdoppelt. Und wieder einmal ist bewiesen: Selbst vermeintlicher Kitsch vom Flohmarkt kann in den richtigen Händen dafür sorgen, dass sich das Konto plötzlich füllt.